{"id":8537,"date":"2020-06-20T02:11:50","date_gmt":"2020-06-20T07:11:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/?p=8537"},"modified":"2020-07-08T06:22:56","modified_gmt":"2020-07-08T11:22:56","slug":"moderne-historische-methodologie-im-vergleich-zur-hadith-methodologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/de\/moderne-historische-methodologie-im-vergleich-zur-hadith-methodologie\/","title":{"rendered":"Moderne historische Methodologie im Vergleich zur Hadith Methodologie"},"content":{"rendered":"<p>Reem Azzam<\/p>\n<p>(teil 1 von 5): Westliche historische Methodologie<br \/>\nDas Studium des Hadith ist eines, das Jahrhunderte zur\u00fcckreicht und Thema vieler Diskussionen sowohl unter Muslimen als auch unter Nicht-Muslimen gewesen ist. Einige Gelehrte bezeichnen die Sammlung der Hadithe als unauthentisch und als etwas, das geringgesch\u00e4tzt werden sollte, w\u00e4hrend andere das Gegenteil behaupten. Was genau ist wahr? Als Ausgangspunkt ist es hilfreich, die Beurteilung der Hadith-Methodologie im Vergleich zu der Beurteilung gem\u00e4\u00df der modernen westlichen Geschichts-Methodologie zu sehen. Daher ist es der Sinn dieser Schrift, zuerst allgemeine Richtlinien zu erl\u00e4utern, um die geschichtlichen Quellen zu authentifizieren und zu best\u00e4tigen und schlie\u00dflich die beiden Prozesse zu vergleichen.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>\nModerne, westliche historische Methodologie<\/h4>\n<p>Wenn Ereignisse geschehen, sind sie nur Zeitgenossen bekannt, die dann ihr Wissen und ihre Erkenntnisse weitergeben (Lucey 20)[1]. Im t\u00e4glichen Leben akzeptieren die Menschen, dass Wissen von Ereignissen von den Zeugen dieser Ereignisse weitergegeben und exakt \u00fcbermittelt werden k\u00f6nnen. In der Tat werden an einem Gerichtshof durch die Zeugenaussagen zu einem bestimmten Ereignis ohne irgendwelche begr\u00fcndeten Zweifel Tatsachen aufgestellt (Lucey 22). Nach einem Historiker: \u201eEine Zeugenaussage, eine ausreichend, glaubw\u00fcrdige Zeugenaussage, ist die Quelle von eindeutigem, unanfechtbarem Wissen \u00fcber historische Ereignisse (Lucey 20). Es geh\u00f6rt zu den glaubw\u00fcrdigen Zeugenaussagen von Zeitgenossen, von denen historisches Wissen herr\u00fchrt (Lucey 18). Daher ist es das Ziel der historischen Methodologie, festzustellen, ob die verschiedenen Zeugnisse, die uns heute erreichen, als guter Beweis akzeptiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einst hat ein Historiker in seinen Quellen alles gesammelt, was direkt oder indirekt Informationen \u00fcber ein bestimmtes Ereignis liefert (zB. ein Buch, eine Schriftrolle, ein zerbrochenes Tonst\u00fcck, ein Bild, eine Radioaufzeichnung, eine m\u00fcndliche \u00dcberlieferung) er muss sie dann abw\u00e4gen, indem er die Techniken der Beurteilung anwendet. Diese historischen Quellen oder \u201cZeugen\u201d liefern Informationen oder Zeugnisse. Es ist die Rolle des \u00e4u\u00dferen Beurteilung, die Authenzit\u00e4t der Quelle festzustellen (die Fakten der Zeugenaussage) und deren Integrit\u00e4t (das Freisein von Ver\u00e4nderung w\u00e4hrend der \u00dcbermittlung). Im Vergleich dazu bem\u00fcht sich die innere Beurteilung darum, die wahre Bedeutung und die Glaubw\u00fcrdigkeit des Zeugnisses festzustellen (Lucey 23). Ultimativ sind es die Grundprinzipien der Quellenbeurteilung, die zur Erstellung von Fakten f\u00fchren oder zur Zerst\u00f6rung zuvor aufgestellter. (Marwick 196)[2].<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dfere Beurteilung<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dfere Beurteilung umfasst die Untersuchung des Ursprungs einer bestimmten Quelle \u2013 im Gegensatz zu ihrem Inhalt, der ist die Sorge der inneren Beurteilung. Der Historiker muss sowohl alle m\u00f6glichen Informationen \u00fcber die Quelle herausfinden ihren Ursprung, und auch, wenn m\u00f6glich, die Quelle in ihrer Originalform wiederherstellen (Lucey 23). Dies tut er, um die Authenzit\u00e4t der Quelle festzustellen. Die Authenzit\u00e4t einer Quelle nachzuweisen, bedeutet festzustellen, ob das Zeugnis tats\u00e4chlich das von der Person stammt, der es zugeschrieben wird; oder ob es in die Zeit geh\u00f6rt, von der es behauptet, zu geh\u00f6ren; und ob es das ist, was es vorgibt zu sein. Alle verf\u00fcgbaren Informationen bez\u00fcglich der Quelle herauszufinden ihren Ursprung, ist zur Feststellung der Integrit\u00e4t der Quelle ebenso notwendig, d.h. dass sie w\u00e4hrend ihrer \u00dcberlieferung bis in die Gegenwart nicht ver\u00e4ndert worden ist, und wenn, dass die Ver\u00e4nderungen erkannt werden.<\/p>\n<p>Es gibt viele verschiedene Fragen, die beantwortet werden m\u00fcssen, um die Fakten eines Zeugnisses festzustellen, der erste Schritt der \u00e4u\u00dferen Beurteilung. Man muss den Ursprung der Quelle ebenso herausfinden, wie wo sie urspr\u00fcnglich gefunden wurde (Marwick 222). Zum Beispiel, wenn jemand \u00e4gyptische Tongef\u00e4\u00dfe bei Ausgrabungen in Jemen findet, dann ist der Fundort von gro\u00dfer Bedeutsamkeit, denn es w\u00e4re ein Hinweis auf einen Handel zwischen den beiden L\u00e4ndern. Au\u00dferdem muss man das Datum der Quelle kennen und bestimmen, wie nahe das Datum an den Daten des Themas der Nachforschungen liegt (Marwick 222). Eine weitere wichtige Angelegenheit ist, zu bestimmen, wie es mit anderen wichtigen Daten verkn\u00fcpft ist. Alle diese Informationen bez\u00fcglich dem Ursprung der Quelle werden sich auch bei der Feststellung ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit durch die innere Beurteilung sp\u00e4ter als n\u00fctzlich erweisen.<\/p>\n<p>Hier z\u00e4hlt es nicht, dass Historiker zwischen Verfasser und Authenzit\u00e4t unterscheiden, obwohl die \u201cIdentifizierung des Verfassers der erst Schritt ist, um die Authenzit\u00e4t festzustellen\u201d (Lucey 47). Es ist jedem anonymen Dokument m\u00f6glich, authentisch zu sein, so wie die fr\u00fchen Schriften, die unter Pseudonymen erschienen, solange bekannt ist, zu welchem Jahr oder welchem Zeitraum und Ort das Dokument geh\u00f6rt. Allerdings muss in bestimmten F\u00e4llen der Verfasser des Dokuments bestimmt werden, um die Authenzit\u00e4t der Quelle festzustellen.<\/p>\n<p>Der zweite und letzte Schritt bei der \u00e4u\u00dferen Beurteilung besteht aus der Untersuchung der Quelle nach ihrer Integrit\u00e4t. Mit anderen Worten, es muss best\u00e4tigt werden, dass die Quelle oder das Zeugnis den Historiker unver\u00e4ndert erreicht hat. Nur dann kann man die Fakten des Zeugnisses annehmen (Lucey 62). Wenn an dem Zeugnis Ver\u00e4nderungen vorgenommen worden sind, muss er in der Lage sein, das Original von den \u00c4nderungen zu unterscheiden, damit die Quelle authentisch bleibt. Obwohl es zahlreiche unabsichtliche oder absichtliche Zus\u00e4tze und Unterschlagungen an der Originalquelle oder ihren Abschriften geben kann, muss festgestellt werden, ob die Quelle oder das Zeugnis wenigstens weitgehend vollst\u00e4ndig ist. Es n\u00fctzt hier nichts, dass die Ver\u00e4nderung durch Nachl\u00e4ssigkeit bei der Anfertigung von Abschriften weit verbreitet auftritt und m\u00f6glicherweise zu gro\u00dfen Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchren kann (Lucey 62). Wenn er dies alles festgestellt hat, kann der Historiker nun dazu \u00fcbergehen, das Zeugnis zu bewerten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Footnotes:<\/p>\n<p>[1] Lucey, William. History: Methods and Interpretation. Chicago: Loyola UP, 1958.<br \/>\n[2] Marwick, Arthur. The Nature of History. 3rd ed. London: Macmillan, 1989.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\n(teil 2 von 5): Innere Beurteilung<\/h3>\n<p>Innere Beurteilung<\/p>\n<p>Innere Beurteilung konzentriert sich auf den Inhalt der Quelle und folgt nat\u00fcrlich ihrer \u00e4u\u00dferen Beurteilung (Lucey 24). Das Ziel bei diesem Schritt ist es, die Glaubw\u00fcrdigkeit des Zeugnisses festzustellen. Um zu beginnen, muss der Historiker sich sicher sein, zu verstehen, was der Zeuge mit seinem Zeugnis gemeint hat. Nur dann kann der Historiker in der Lage sein, sorgf\u00e4ltig die Glaubw\u00fcrdigkeit des Zeugen zu pr\u00fcfen. Die Glaubw\u00fcrdigkeit eines Zeugnisses festzustellen, bedeutet sowohl seine Kompetenz (dass er aus Wissen spricht) als auch seine Ehrlichkeit (dass er die Wahrheit spricht) festzustellen. In der Praxis werden einige Zeugnisse aufgrund der zuvor genannten Pr\u00fcfungen abgelehnt, obgleich eine betr\u00e4chtliche Menge an Zeugnissen als glaubw\u00fcrdig eingestuft werden (Lucey 24).<br \/>\nWenn wir davon ausgehen, dass die Sprache einem st\u00e4ndigen Wandel unterliegt, ist die Feststellung der wahren Bedeutung eines Zeugnisses keine einfache Aufgabe. H\u00e4ufig werden Worte nicht w\u00f6rtlich gebraucht und ihnen kommen neue Bedeutungen zu. Der Historiker muss die Bedeutung, die der Autor oder Zeuge mit bestimmten Worten meint, herausfinden, um das Zeugnis richtig zu verstehen. Er muss auch mit den Dialekten, die in der Zeit der Quelle gesprochen wurden, vertraut sein. Selbstverst\u00e4ndlich muss der Historiker die Sprache, die in der Quelle verwendet wurde, flie\u00dfend sprechen und ge\u00fcbt in Philologie sein, um diese Aufgabe zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Um eine Quelle oder ein Zeugnis richtig zu verstehen, ist es ebenfalls notwendig zu wissen, was f\u00fcr eine Person die Quelle oder das Zeugnis geschaffen hat; mit anderen Worten, was ihre Eigenschaften und Interessen waren. (Marwick 223). Man sollte ihre Bildung, Lebensposition, politischen Ansichten und ihre Charaktereigenschaften hinterfragen (Lucey 73). Auch ihr Alter und Temperament sind wichtig (Lucey 78). Diese Kenntnisse werden sich ebenfalls bei der Feststellung der Glaubw\u00fcrdigkeit des Zeugen als n\u00fctzlich erweisen. Au\u00dferdem ist es wichtig, zu wissen, wie und warum eine bestimmte Quelle zustande kam und f\u00fcr wen sie beabsichtigt war. Nachdem der Historiker den Inhalt der Quelle und was der Zeuge zu sagen beabsichtigte, richtig verstanden hat, kann er dazu \u00fcbergehen, die Glaubw\u00fcrdigkeit des Zeugen zu untersuchen.<br \/>\nDer n\u00e4chste Schritt besteht darin, festzustellen, ob die Person oder die Leute, die hinter der Quelle stehen, sich in einer Position befunden haben, um aus erster Hand \u00fcber die betreffende Angelegenheit bescheid zu wissen und ob sie ehrlich gewesen sind. Es wird gesagt, dass das richtige Verhalten an dieser Stelle weder gullible noch skeptisch sein sollte, um der fragw\u00fcrdigen Quelle gerecht zu werden (Lucey 73). Das Zeugnis eines Zeugen sollte nicht geringgesch\u00e4tzt werden, bevor es vollst\u00e4ndig gepr\u00fcft worden ist. Es ist f\u00fcr einen Zeugen annehmbar, ein paar Fehler zu machen, solange sein Zeugnis im wesentlichen wahr bleibt. Mit den Worten eines Historikers: .<\/p>\n<p>\u201cDie Glaubw\u00fcrdigkeit eines Zeugnisses h\u00e4ngt von der Kompetenz und der Ehrlichkeit des Zeugen ab und diese beide Eigenschaften d\u00fcrfen nicht als garantiert vorausgesetzt werden. Seine F\u00e4higkeit zu beobachten, muss festgestellt werden, die Gelegenheit zu beobachten, muss best\u00e4tigt werden, seine Aufrichtigkeit muss sichergestellt werden, sein Zeugnis muss mit denen anderer Zeugen verglichen werden, um Irrt\u00fcmer auszuschlie\u00dfen, die einem Zeuge unterlaufen k\u00f6nnten.\u201d (Lucey 73-4).<\/p>\n<p>Zu den Punkten, die dabei helfen, die Glaubw\u00fcrdigkeit einer Quelle festzustellen, geh\u00f6ren Kenntnisse \u00fcber die Art der Quelle, einschlie\u00dflich ihrer Eigenschaften und ihres Zwecks (Lucey 77). Jede Art der Quelle hat ihre eigenen Kriterien der Bewertung. Eine politische Ebene wird zum Beispiel nicht auf die gleiche Weise betrachtet wie eine herausgeberische (Lucey 77). Au\u00dferdem sind die Aufrichtigkeit, der moralische Charakter und die Kompetenz bestimmter Zeugen bereits gut festgestellt worden, insbesondere solcher im \u00f6ffentlichen Leben (Lucey 78). Daher brauchen die Zeugnisse derartiger Zeugen nicht in Frage gestellt werden, bevor das Gegenteil bewiesen wird.<\/p>\n<p>Es gibt ein paar Dinge, auf die ein Historiker aufpassen muss. Er sollte vorsichtig damit sein, anzunehmen, dass die Gelegenheit zur Beobachtung bedeutet, dass man auch kompetent ist. Es muss nicht nur festgestellt werden, ob die Gelegenheit wirklich da gewesen ist, sondern es muss auch festgestellt werden, ob der Zeuge davon Gebrauch gemacht hat. Eine andere Angelegenheit, die zu bemerken w\u00e4re, ist eine gew\u00f6hnliche Fehlerquelle. An erster Stelle stehen ein schlechtes Ged\u00e4chtnis und Vorurteile, denn Schw\u00e4chen wie ein eingeschr\u00e4nkter Beobachtungssinn sind eine ernsthafte Herausforderung (Lucey 75). Derartige Schw\u00e4chen seitens des Zeugen oder des Verfassers einer Quelle k\u00f6nnen leicht zu Missverst\u00e4ndnissen auf der Seite des Historikers f\u00fchren.<\/p>\n<p>Obwohl Historiker widerwillig das Zeugnis eines Zeugen annehmen, ist es gerechtfertigt dies zu tun, solange es sich um einen qualifizierten Zeugen handelt. Nat\u00fcrlich ist es zu bevorzugen, wenn es mehr als nur ein Zeuge sind und je mehr es sind, desto besser. Sicherlich sollten die Zeugen kompetent und ehrlich sein und sollten in der N\u00e4he des berichteten Ereignisses gewesen sein oder zumindest ihr Wissen von jemandem haben, der dabei gewesen ist (Lucey 79). Je qualifizierter Zeugen sind, desto einfacher ist die Aufgabe des Historikers. Er kann dann die Zeugenaussagen vergleichen und Irrt\u00fcmer in ihnen entfernen und ebenfalls seine glaubw\u00fcrdigen Quellen nutzen, um die Glaubw\u00fcrdigkeit irgendwelcher neuer Zeugen zu bestimmen.<\/p>\n<p>Was den Vergleich einer Quelle mir anderen angeht, um ihre Glaubw\u00fcrdigkeit zu bestimmen, gibt es drei M\u00f6glichkeiten: Sie k\u00f6nnen mit der Quelle \u00fcbereinstimmen, sie k\u00f6nnen nicht \u00fcbereinstimmen oder sie k\u00f6nnen still sein. \u00dcbereinstimmung zwischen den Quellen gen\u00fcgt nicht, um die Glaubw\u00fcrdigkeit einer Quelle in Frage zu stellen. Es muss festgestellt werden, ob die Quellen unabh\u00e4ngig sind, anderenfalls kann bei der Originalquelle eine Verschw\u00f6rung oder Abh\u00e4ngigkeit vermutet werden (Lucey 80). Insbesondere wenn ein Ereignis in der \u00d6ffentlichkeit stattgefunden hat, dann sollten zahlreiche unabh\u00e4ngige Zeugenaussagen dar\u00fcber existieren. Wenn aber die Quellen nicht \u00fcbereinstimmen oder einander widersprechen, dann muss man den Grad der Unterschiede und das Wesen der Quelle bestimmen. Unterschiede in geringeren Punkten und Einzelheiten reichen nicht aus, um die Quelle in Frage zu stellen, und tats\u00e4chlich kommen sie gew\u00f6hnlich vor und sind zu erwarten (Lucey 81). Man sollte vorsichtig sein, nicht damit man nicht schwache oder offensichtliche Widerspr\u00fcche und Reale verwechselt und sich dar\u00fcber im Klaren sein, dass das sorgf\u00e4ltige und geduldige Beharren auf den Regeln der Beurteilung vielleicht einen offensichtlichen Widerspruch l\u00f6sen wird (Lucey 83). Wie auch immer, wenn es ein reeller Widerspruch ist, dann kann keine der Quellen verwendet werden, bis eine von ihnen aus anderen Gr\u00fcnden Glaubw\u00fcrdigkeit erlangt. Wenn der Gegenstand ein kontroverses Problem darstellt, dann sind die Zeugnisse von interessierten Parteien und Extremisten mit gr\u00f6\u00dfter Vorsicht zu behandeln.<\/p>\n<p>Das dritte m\u00f6gliche Szenario ist, dass die Quellen bez\u00fcglich des fraglichen Zeugnisses still sind. Das Verhalten gegen\u00fcber einem solchen Zeugnis ist negativ, wenn es auch nicht sofort abgewiesen wird. Um das Zeugnis abzulehnen, muss festgestellt werden, dass die stillen Zeugen in der Lage gewesen w\u00e4ren, von dem Ereignis zu wissen und in der Position, wo sie dar\u00fcber h\u00e4tten berichten m\u00fcssen (Lucey 84). Es ist allerdings schwer, diese Dinge festzustellen.<\/p>\n<p>Nachdem der Historiker seine Quellen durchgesiebt hat und rigoros die Regeln der \u00e4u\u00dferen und inneren Beurteilung angewandt hat, ist er fertig zum Schreiben. Das Ordnen und Synthetisieren aller Materialien in eine korrekte Rekonstruktion eines Ereignisses ist eine herausfordernde Aufgabe, die Interpretation seitens des Historikers einschlie\u00dft. Die Art mit der er glaubw\u00fcrdige Quellen interpretiert, formt seine Rekonstruktion eines bestimmten Ereignisses.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\n(teil 3 von 5): Hadith Methodologie<\/h3>\n<p>Ein prophetischer Hadith ist eine \u00dcberlieferung von oder \u00fcber den Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, und durch die Ahadith (Plural von Hadith) kennen die Muslime die Lebensweise des Propheten, die Sunna. Derartiges Wissen ist eine notwendige Voraussetzung, um die grundlegendsten religi\u00f6sen Pflichten als Muslim zu erf\u00fcllen, und der Prophet legte nat\u00fcrlich Wert darauf, dieses Wissen \u00fcber ihn w\u00e4hrend seines Lebens zu verbreiten.<\/p>\n<p>Der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, war bem\u00fcht, seine Gef\u00e4hrten auf verschiedenen Wegen wie Wiederholung, Befragen, Diktieren und praktische Demonstrationen zu belehren. Nachdem er ihnen etwas beigebracht hatte, h\u00f6rte er, was sie gelernt hatten. Zusammen mit den Gef\u00e4hrten wurden auch Abgesandte von au\u00dferhalb im Qur\u00b4an und der Sunna unterrichtet. Der Prophet befragte auch sie, um zu sehen, was sie gelernt hatten (Azami 9)[1]. Au\u00dferdem stellten die Briefe, die der Prophet schickte, von denen manche ziemlich lang waren und von einer Menge gesetzlicher Angelegenheiten handelten, auch ein Mittel seine Sunna zu lehren dar. Offensichtlich muss es allgemein viel zum Schreiben gegeben haben, denn es wird gesagt, er habe von Zeit zu Zeit mindestens 45 Schreiber gehabt (Azami 10). Er hatte auch verschiedenen Gef\u00e4hrten wie Ali b. Abu Talib diktiert, und er ist daf\u00fcr bekannt, dass er bestimmten Leuten Abschriften seiner Ansprachen schickte. Schlie\u00dflich diente er als Vorbild f\u00fcr seine Anh\u00e4nger, denn er gab deutliche Anweisungen, zu tun, was er tat (z.B. \u201eBetet, wie ihr mich beten gesehen habt\u201d, [Bukhari, Vol. 1, Buch 11, Nr. 604] und \u201cLernt von mit die Riten der Pilgerreise\u0093 [Sahih Muslim, Buch des Hajj, Nr. 310]). Er war daf\u00fcr bekannt, dass er einen Fragesteller anwies, mit ihm zu bleiben und zu lernen, indem er ihn beobachtete (Azami 10).<\/p>\n<p>Der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, ergriff auch noch andere Ma\u00dfnahmen, um das Wissen \u00fcber seine Sunna zu verbreiten, wie die Einrichtung von etwas, das als Schulen angesehen werden k\u00f6nnte. Es ist bekannt, dass diese kurz nach seiner Ankunft in Medina eingerichtet wurden und dass er Lehrer an verschiedene Orte au\u00dferhalb der Stadt schickte. Er betonte vor seinen Gef\u00e4hrten, dass sie das Wissen \u00fcber ihn weitergeben sollten und eine von seinen Aussagen ist: \u201cGebt das Wissen von mir weiter und wenn es nur ein Vers ist\u201d (Azami 10). Es wird berichtet, dass er in seiner ber\u00fchmten Abschiedspredigt gesagt hat: \u201eDie (hier) Anwesenden sollen die Botschaft den Abwesenden \u00fcbermitteln\u201c. [Bukhari, Vol. 2, Buch 26, Nr. 795] Dementsprechend war es ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass seine Gef\u00e4hrten diejenigen, die nicht dabei gewesen waren, \u00fcber die Aussagen und Taten des Propheten informierten. Au\u00dferdem hat der Prophet Delegationen die Anweisung gegeben, ihren V\u00f6lkern nach ihrer R\u00fcckkehr beizubringen, was sie gelernt haben. Er emunterte dazu, indem er sie \u00fcber den gro\u00dfen Lohn f\u00fcr das Lehren und Lernen ebenso informierte, wie \u00fcber die m\u00f6gliche Strafe daf\u00fcr, wenn sie es ablehnen (Azami 12).<\/p>\n<p>Was die Gef\u00e4hrten des Propheten betrifft, sollten wir uns daran erinnern, wie aufmerksam Menschen die Taten und Aussagen ihrer Lieben und Bewunderten beobachten und nachahmen. Es ist wohlbekannt, wie sehr die Gef\u00e4hrten den Propheten liebten, und dass viele von ihnen ohne zu z\u00f6gern den Tod vorgezogen h\u00e4tten, um ihn zu sch\u00fctzen. Wenn wir dies bedenken und ihre hervorragenden Ged\u00e4chtnisse ebenso wie die verschiedenen Methoden, die der Prophet selbst anwandte, um seine Sunna zu lehren, k\u00f6nnen wir mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass sie seine Sunna wirklich kannten. Tats\u00e4chlich zeigen Berichte, dass sie nicht nur versuchten, sie zu lernen, sondern sie versuchten, sie auf unterschiedliche Arten und Weisen wie Auswendiglernen und Aufschreiben zu bewahren. Es gibt zahlreiche Beispiele von den Gef\u00e4hrten des Propheten, die zusammen auswendig lernten und \u00fcbten, was sie gerade vom Propheten gelernt hatten (Azami 13). Viele von ihnen sind daf\u00fcr bekannt, Hadith berichtet und das Folgen des Propheten befohlen zu haben, sie eiferten ihm auf der Grundlage dessen nach, was sie von ihm gelernt hatten. Nach dem Tod des Propheten gab es verschiedene Berichte, die zeigen, dass sie ihre Bem\u00fchungen, auswendigzulernen, zu praktizieren und zu bewahren, was sie von ihm gelernt hatten, fortgesetzt haben. Dar\u00fcber hinaus gibt es Berichte, die zeigen, dass Gef\u00e4hrten wie Ali b. Abu Talib, Ibn Mas\u00b4ud und Abu Sa\u2019id al-Khudri die Leute anwiesen, die nach ihnen kamen, (die Nachfolger) den Hadith auswendig zu lernen, was sie entweder einzeln oder zusammen in Gruppen taten (Azami 15).<\/p>\n<p>Nach dem Tod des Propheten verbreitete sich der Islam \u00fcber Arabien hinaus in ferne L\u00e4nder. Da die Gef\u00e4hrten des Propheten diejenigen waren, durch die, die Ausbreitung vonstatten ging, folgt, dass das Wissen \u00fcber den Hadith, das sie besa\u00dfen, mit ihnen ging und dass nicht alle von ihnen in Medina geblieben sind. Daher ist es m\u00f6glich, dass eine bestimmte Sunna nur einigen Gef\u00e4hrten bekannt war, die ausgezogen waren, um in einem fernen Land zu siedeln. Wie zuvor erw\u00e4hnt, sahen die Gef\u00e4hrten zu, dass diejenigen, die nach ihnen kamen, die Nachfolger, das Lernen und Bewahren des Hadith fortsetzten, so dass das Wissen nicht verloren geht. Allerdings nun, da die Sunna nicht auf einen Ort konzentriert war, sondern in die verschiedenen Teile der muslimischen Welt verbreitet war, stieg auch die Wahrscheinlichkeit, sich zu irren, und dem entsprechend mussten Techniken zur \u00dcberpr\u00fcfung entwickelt werden, insbesondere nach der ersten Fitna (Azami 49). Zus\u00e4tzlich mussten mit der Verbreitung der Sunna neue Techniken entwickelt werden, um Hadith zu lernen.<\/p>\n<p>Obwohl alle Techniken wichtig waren, um Hadith zu bewahren, war die Handlungsweise eines Lehrers, seinen Sch\u00fclern vorzulesen, eine besonders bemerkenswerte Technik, die ziemlich fr\u00fch entwickelt wurde. Die umfasste auch das Lesen des Lehrers aus dem Buch des Sch\u00fclers, das entweder eine vollst\u00e4ndige oder teilweise Abschrift des Buches des Lehrers war (Azami 17). Sch\u00fcler und Gelehrte pr\u00fcften das Wissen ihrer Lehrer, indem sie Hadith in dem gesamten Buch einf\u00fcgten, bevor sie es ihrem Lehrer zum Lesen gaben. Lehrer, die die Zus\u00e4tze nicht erkannten, wurden \u201e\u00f6ffentlich kritisiert und als nicht vertrauensw\u00fcrdig erkl\u00e4rt\u201c (Azami 17). Au\u00dferdem wird gesagt, dass vom Beginn des zweiten Jahrhunderts an die Technik des Lesens der Sch\u00fclers vor ihren Lehrern zu verbreitesten Handlungsweise geworden war (Azami 19). Dies wurde in Anwesenheit anderer Sch\u00fcler gemacht, die dann verglichen, was sie in ihren B\u00fcchern hatten oder h\u00f6rten aufmerksam zu. Bei den Abschriften, so wurde gesagt, dass sie normalerweise nach jedem Hadith ein kreisf\u00f6rmiges Zeichen machten, und dass sobald ein Hadith dem Lehrer vorgelesen worden war, wurde in den Kreis oder anderswo ein Zeichen gemacht, um dies anzuzeigen. Immer wenn ein Hadith ebenfalls dem Lehrer vorgelesen worden ist, wurde ein weiteres Zeichen gemacht, um dies zu zeigen und h\u00e4ufig lasen die Gelehrten dasselbe Buch viele Male. Der Grund daf\u00fcr war vermutlich der Herausforderung, die durch die arabische Schrift pr\u00e4sentiert wurde, entgegenzuwirken, dazu musste ein \u00dcberlieferer einen besonderen Hadith von der Person, die ihn berichtete, h\u00f6ren musste und genau das, was sie geh\u00f6rte hatte, wiedergeben (daher war das Einstufen von den \u00dcberlieferern notwendig, um zu wissen, wer es am besten tat) (Burton 110-111)[2]. Au\u00dferdem wurde von einer sehr fr\u00fchen Zeit an die Notwendigkeit, die Abschriften nachzusehen, offensichtlich, und es wird berichtet, dass Lehrer ihren Sch\u00fclern bei dieser Aufgabe halfen, um Fehler bei der Abschrift auszumerzen. Es ist wichtig, zu wissen, dass einer, der nicht die ordnungsgem\u00e4\u00dfen Methoden beim Lehren oder Zusammenstellen seines eigenen Buches verfolgte, der konnte des Stehlens von Hadith angeklagt werden, auch wenn sein Material authentisch war. Daher war es wesentlich, dass der Hadith genau erhalten wurde. Es gab noch verschiedene weitere Techniken, aber f\u00fcr den Zweck dieser Abhandlung ist es wichtig, zu wissen, dass die Gelehrten des Hadith besondere Ausdr\u00fccke bez\u00fcglich der \u00dcberlieferung eines Hadith verwendeten, abh\u00e4ngig von der Technik, wie er gelehrt worden war. Es ist ebenfalls wert, betont zu werden, ist, dass diese besonderen Ausdr\u00fccke wie \u201chaddathana\u201d, \u201cakhbarana\u201d und \u201can\u201d h\u00e4ufig falsch verstanden werden, n\u00e4mlich in der Bedeutung dass die \u00dcberlieferung streng w\u00f6rtlich erfolgt sei, obwohl gezeigt wurde, dass dies nicht der Fall gewesen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Footnotes:<br \/>\n[1] Azami, Muhammad. Studies in hadeeth Methodology and Literature. Indiana: American Trust, 1977.<br \/>\n[2] Burton, John. An Introduction to the hadeeth. Edinburgh: Edinburgh UP, 1994.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\n(teil 4 von 5): Die Klassifizierung des Hadith I<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Menschen, die an der \u00dcbermittlung eines Hadith beteiligt sind, stellen seinen Isnad auf. Der Isnad informiert uns \u00fcber die Quelle des Hadith und diese Information wird sp\u00e4ter ein essentieller Teil des Hadith (Azami 31). Von Abdullah b. Al-Mubarak, einer der Lehrer von al-Bukhari, wird berichtet, er habe gesagt: \u201cDer Isnad ist Teil der Religion: g\u00e4be es den Isnaad nicht, h\u00e4tte jeder Beliebige erz\u00e4hlt, was er wollte\u201d, (Hasan 11)[1]. Es gibt einige Hinweise, dass der Isnad vor der ersten Verfolgung verwendet wurde, allerdings hatte er sich erst gegen Ende des ersten Jahrhunderts der Hijrah voll entwickelt (Azami 33). (Jedenfalls sagt John Burton in seiner An Introduction to the Hadith, dass der Isnad im ersten Jahrhundert noch nicht existiert hatte.) Der andere Teil des Hadith, der tats\u00e4chlich die spezielle Aussage oder Tat des Propheten enth\u00e4lt, ist sein Matn oder Text.<\/p>\n<p>Um Hadith zu klassifizieren, gibt es unterschiedlich breite Kategorien, von denen hier nur sieben kurz angesprochen werden sollen. Die sieben Kategorien sind Klassifizierungen nach 1) der Referenz auf eine besondere Autorit\u00e4t, 2) die Verbindungen im Isnad, 3) die Anzahl der \u00dcberlieferer in jeder Stufe des Isnad, 4) die Technik, die bei der \u00dcberlieferung des Hadith verwendet wurde, 5) die Beschaffenheit von Isnad und Matn, 6) einem verborgenen Defekt im Isnad oderMatn des Hadith und 7) die Glaubw\u00fcrdigkeit und das Ged\u00e4chtnis der \u00dcberlieferer (Hasan 14-16).<\/p>\n<p>Die erste Kategorie, Klassifizierung nach der Referenz auf eine besondere Autorit\u00e4t, enth\u00e4lt, ob er auf den Propheten, einen Gef\u00e4hrten oder einen Nachfolger zur\u00fcckgeht. Eine Marfu\u2019 oder \u201cerhabene\u201d \u00dcberlieferung ist eine, die auf den Propheten zur\u00fcckgeht und wird als der beste Grad betrachtet (Burton 112). EineMawquuf oder \u201cangehaltene\u201d \u00dcberlieferung ist eine, die auf einen Gef\u00e4hrten zur\u00fcckgeht, w\u00e4hrend eine Maqtu\u2019 oder \u201cgeschnitten\u201d \u00dcberlieferung auf einen Nachfolger zur\u00fcckgeht. Diese Klassifizierung ist bedeutsam, denn sie differenziert zwischen Aussagen und Taten des Propheten und denen eines Gef\u00e4hrten oder Nachfolgers.<br \/>\nDie zweite Kategorie, Klassifizierung nach den Verbindungen im Isnad, macht verschiedene, unterschiedliche Unterscheidungen. Der Musnad oder \u201cunterst\u00fctzte\u201d Hadith ist der beste in dieser Gruppe, denn er enth\u00e4lt keinen Bruch der Kette von Autorit\u00e4ten, die den Hadith berichtet haben, bis zur\u00fcck zum Propheten (Burton 111). Der Mursal oder \u201cunzusammenh\u00e4ngender\u201d Hadith ist einer, der eine L\u00fccke von einer Generation enth\u00e4lt (gem\u00e4\u00df beider, Azami und Hasan, ist es ein Hadith von einem Nachfolger, der den Gef\u00e4hrten im Isnadausl\u00e4sst, von dem er ihn gelernt hat). Der Munqati\u2019 oder \u201cabgebrochener\u201d Hadith ist einer, dem eine Verbindung n\u00e4her an dem \u00dcberlieferer, der ihn berichtet, fehlt (d.h. vor dem Nachfolger). Dies trifft auch zu, wenn es keinen Bruch in der Kette zu geben scheint, wenn aber bekannt ist, dass einer der \u00dcberlieferer den Hadith nicht von der unmittelbaren Autorit\u00e4t, die im Isnad angegeben wird, geh\u00f6rt haben kann, selbst wenn sie Zeitgenossen waren. Der Ausdruck Munqati\u2019 wird ebenfalls von manchen Gelehrten verwendet, wenn sie sich auf einen Hadith beziehen, in dem der \u00dcberlieferer seine Autorit\u00e4t nicht nennt und statt dessen sagt: \u201eein Mann erz\u00e4hlte mir\u201c (Hasan 22). Ein Hadith ist Mu\u2019dal oder \u201cverbl\u00fcffend\u201d, wenn mehr als ein \u00dcberlieferer in Folge im Isnad fehlt. Wenn der Isnad ganz weggelassen istund der \u00dcberlieferer direkt den Propheten zitiert, wird der Hadith als Mu\u2019allaqoder \u201ch\u00e4ngend\u201d betrachtet (Hassan 22).<\/p>\n<p>In der dritten Kategorie wird der Hadith nach der Anzahl der \u00dcberlieferer in jeder Stufe des Isnad klassifiziert, d.h. wie viele \u00dcberlieferer es in jeder Generation der \u00dcberlieferer gibt. Die beiden Hauptklassifizierungen sindMutawatir (\u201caufeinanderfolgend\u201d) und Ahad (\u201ceinzeln\u201d), obwohl Ahad weiter in viele Unterteilungen aufgeteilt ist, unter ihnen gharieb (\u201cknapp\u201d oder \u201cfremd\u201d),\u2018Aziez (\u201cselten\u201d oder \u201cstark\u201d), und Masch\u2019huur (\u201cber\u00fchmt\u201d). Ein MutawatirHadith ist einer, der von einer gro\u00dfen Anzahl von Menschen berichtet wird, deren \u00dcbereinstimmung in einer L\u00fcge nicht vern\u00fcnftig m\u00f6glich ist und bei dem die Wahrscheinlichkeit eines Zufalls gering ist. Die Mindestanzahl von n\u00f6tigen \u00dcberlieferern variiert unter den Gelehrten zwischen vier und verschiedenen hundert (Azami 43). Der Hadith kann entweder in der Bedeutung oder im WortlautMutawatir sein, das erste ist gew\u00f6hnlich h\u00e4ufiger. Al-Ghazali vereinbarte, dass der Hadith am Anfang, in der Mitte und in den letzten Stufen seines IsnadMutawatir sein muss (Hasan 30). Ein Hadith, der Ahad ist, ist einer, dessen Anzahl an \u00dcberlieferern nicht an die f\u00fcr einen Mutawatir Hadith ben\u00f6tigte, heranreicht. Ein Hadith wird als Gharieb klassifiziert, wenn ihn in irgendeiner Stufe (oder jeder Stufe) nur eine Person berichtet. Ein Hadith wird als \u2018Aziezeingestuft, wenn ihn in jeder Stufe des Isnads mindestens zwei Personen berichtet haben. Wenn mindestens drei Menschen in jeder Stufe seinen Isnad einen Hadith \u00fcberliefert haben, dann wird er als Masch\u2019huur bezeichnet, obwohl der Begriff auch f\u00fcr die Hadith angewandt wird, die als Gharieb oder \u2018Aziez beginnen, aber dann mit einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl an \u00dcberlieferern enden (Hasan 32).<\/p>\n<p>In der vierten Kategorie wird der Hadith der Art und Weise wie er \u00fcberliefert wurde, entsprechend klassifiziert. Wie wir zuvor erw\u00e4hnt haben, gibt es einen korrespondierenden, speziellen Begriff, um eine besondere Art des Lernens oder der \u00dcbermittlung zu bezeichnen, wie ein Student oder Gelehrter einen Hadith gelernt hat. \u201cHaddathana,\u201d \u201cakhbarana\u201d und \u201csami\u2019tu\u201d zeigen alle an, dass ein \u00dcberlieferer den Hadith pers\u00f6nlich von seinem eigenen Schaikh geh\u00f6rt hat. \u201c\u2018An\u201d und \u201cqaala\u201d sind ungenauer und k\u00f6nnen bedeuten, dass er ihn entweder vom Schaikh pers\u00f6nlich geh\u00f6rt hat oder durch jemand anderen. Tats\u00e4chlich ist \u201c\u2018an\u201d viel unterlegener und kann das Lernen des Hadith durch irgendeine der verschiedenen Methoden der \u00dcbermittlung bedeuten (Azami 22). Ein Hadith kann als schwach eingestuft werden, aufgrund der Unsicherheit bei der Verwendung der beiden letzten Begriffe, die als \u201eunter Berufung auf\u201c beziehungsweise \u201eer sagte\u201c \u00fcbersetzt werden (Hasan 33). Einer, der Tadlies, \u201cverdecken\u201d, praktiziert, berichtet von seinem Schaikh, das, was er von ihm nicht geh\u00f6rte hatte, oder er berichtet von einem Zeitgenossen, den er nie getroffen hatte. Dies vergewaltigt das Prinzip, dass ein Hadith aus erster Hand geh\u00f6rte werden muss, um \u00fcberliefert zu werden (Burton 112). Eine andere Art von Tadlies, die als die schlimmste angesehen wird, ist wenn ein glaubw\u00fcrdiger Gelehrter von einer schwachen Autorit\u00e4t berichtet, die wiederum von einem glaubw\u00fcrdigen Gelehrten berichtet. Die Person, die diesen Isnad \u00fcberliefert, k\u00f6nnte zeigen, dass sie ihn von ihrem Schaikh geh\u00f6rte hat, aber dann sie l\u00e4sst die schwache Autorit\u00e4t aus und verwendet einfach den Begriff \u201c\u2018an\u201d, um seinen Schaikh mit dem n\u00e4chsten vertrauensw\u00fcrdigen im Isnad zu verbinden (Hasan 34).<\/p>\n<p>Wenn alle \u00dcberlieferer im gesamten Isnad (einschlie\u00dflich der Prophet) dieselbe Art der \u00dcbermittlung verwenden, eine zus\u00e4tzliche Bemerkung oder Feststellung wiederholen oder auf eine besondere Art und Weise beim Berichten des Hadith handeln, dann wird er Musalsal (\u201cgleicherma\u00dfen verbunden\u201d) genannt. Diese Art des Wissens ist n\u00fctzlich, um die M\u00f6glichkeit des Tadlies bei einem bestimmten Hadith auszuschlie\u00dfen (Hassan 35).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Footnotes:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[1] Hasan, Suhaib. An Introduction to the Science of hadeeth. Riyadh: Darussalam, 1996.<br \/>\n(teil 5 von 5): Die Klassifizierung des Hadith II<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\nTeil 2.<\/h3>\n<p>Nach der f\u00fcnften Kategorie kann ein Hadith auch anhand der Natur seines Textes und des Isnads klassifizert werden. Gem\u00e4\u00df Al-Schafi\u2019i ist ein Hadithschadh oder \u201cunregelm\u00e4\u00dfig\u201d, wenn der von einer vertrauensw\u00fcrdigen Person \u00fcberlieferte Hadith der \u00dcberlieferung einer anderen, vertrauensw\u00fcrdigeren Person widerspricht. Gem\u00e4\u00df Ibn Hajar wird ein Hadith als munkar (\u201ckritisiert\u201d) eingestuft, wenn die \u00dcberlieferung von einem schwachen \u00dcberlieferer einem authentischen Hadith widerspricht, obwohl andere Gelehrte jeden Hadith eines schwachen \u00dcberlieferers als munkar einstufen w\u00fcrden. Ein Hadith wird ebenfalls als munkar eingestuft, wenn sein Text allgemeinen Aussagen des Propheten widerspricht. Wenn ein Hadith, der von einer aufrichtigen Person \u00fcberliefert wird, einige zus\u00e4tzliche Informationen enth\u00e4lt, von denen die anderen authentischen Quellen nicht sprechen, werden diese Zus\u00e4tze angenommen, solange sie ihnen nicht widersprechen und der Zusatz ist als ziyadatu thiqah (\u201cein Zusatz von einem Aufrichtigen\u201d) bekannt. Wenn allerdings ein \u00dcberlieferer etwas zu dem \u00fcberlieferten Hadith hinzuf\u00fcgt, dann wird der Hadith als mudraj oder \u201cverf\u00e4lscht\u201d eingestuft. Wenn dies bei einem Hadith auftaucht, dann gew\u00f6hnlich bei seinem Text und h\u00e4ufig zur Erkl\u00e4rung eines schwierigen Wortes. Bei einigen wenigen Beispielen tritt dies beim Isnad auf \u2013 ein \u00dcberlieferer nimmt einen Teil einesIsnads und f\u00fcgt ihn einem anderen Isnad hinzu. Ein \u00dcberlieferer, bei dem die Gewohnheit absichtlicher idraj oder Verf\u00e4lschungen gefunden wird, wird gew\u00f6hnlich als L\u00fcgner betrachtet, obwohl Gelehrte mit solchen \u00dcberlieferern, die es tun, um ein schwieriges Wort zu erkl\u00e4ren, milder umgehen (Hasan 37-39).<\/p>\n<p>In der sechsten Kategorie werden Hadithe, die in ihren Isnads oder in ihren Texten verborgene Fehler enthalten, als ma\u2019uuol oder mu\u2019allal (\u201cfehlerhaft\u201d) eingestuft. Dies k\u00f6nnte passieren, wenn ein Hadith als musnad eingestuft wurde, obwohl er eigentlich mursal ist oder wenn ein Hadith einem bestimmten Gef\u00e4hrten zugeordnet wurde, w\u00e4hrend er eigentlich von einem anderen stammt. Um derartige Fehler zu entdecken, wurden alle Isnads eines Hadith gesammelt und untersucht. Zum Beispiel:<\/p>\n<p>\u201cEinige Gelehrte schrieben B\u00fccher dar\u00fcber, welche Nachfolger Hadithe von welchen Gef\u00e4hrten geh\u00f6rte haben. Durch diese Informationen wissen wir, dass Al-Hasan Al-Basri nicht Ali getroffen hatte, obwohl es eine kleine Chance gegeben haben k\u00f6nnte, dass er ihn w\u00e4hrend seiner Kindheit in Medina gesehen haben k\u00f6nnte. Dies ist bedeutsam, denn viele Sufi-Traditionen gehen angeblich auf Al-Hasan Al-Basri zur\u00fcck, von dem gesagt wird, er habe sie direkt von Ali berichtet \u201d (Hasan 42-43)<\/p>\n<p>Es kann auch Unsicherheit \u00fcber den Isnad oder den Text bestehen, in deren Fall der Hadith als mudtarib (\u201cwackelig\u201d) eingestuft wird. Dies tritt auf, wenn \u00dcberlieferer sich \u00fcber manche Punkte in den Isnads oder im Text in solchem Ma\u00dfe nicht einig sind, dass keine Ansicht \u00fcberwiegt. Ein Hadith kann als maqluub(\u201cver\u00e4ndert\u201d oder \u201cverdreht\u201d) wenn im Isnad ein Name vertauscht wurde (d.h. Ka\u2019b b. Murra versus Murra b. Ka\u2019b) oder wenn die Anordnung der S\u00e4tze vertauscht wurde (Azami 66). Dies kommt auch bei den Hadithen zur Anwendung, deren Texten ein anderer Isnad zugeordnet wurde oder umgekehrt oder auf diejenigen, in denen der Name eines \u00dcberlieferers durch einen anderen ersetzt wurde (Hasan 41-42).<\/p>\n<p>Die siebte und letzte Kategorie, die hier besprochen werden soll, ist die Einstufung nach der Qualit\u00e4t der \u00dcberlieferer, von der die abschlie\u00dfende Beurteilung einer Hadithkritik abh\u00e4ngt. Hadithe von denjenigen, die als adil, hafiz,thabit und thiqa bekannt sind, sind die Hadithe mit dem h\u00f6chsten Rang und werden als sahieh oder \u201cgesund\u201d eingestuft. Denn jemand, der als adil betrachtet wird, muss ein sehr frommer Muslim sein, ehrlich und zuverl\u00e4ssig in allen seinen Taten. Durch sorgf\u00e4ltigen Vergleich, verbale \u00dcbereinstimmung in den Hadithtexten verschiedener \u00dcberlieferer zeigte sich, wer die genauesten (thabit) und die glaubw\u00fcrdigsten (thiqa) waren und wer das beste Ged\u00e4chtnis besa\u00df (hafiz). Wenn ein Gelehrter in einer oder mehreren Kategorien diesem Ideal nicht entspricht, aber nicht kritisiert wird, dann werden die Hadithe, die von ihm \u00fcberliefert werden, als weniger gesund oder hasan (\u201cgerecht\u201d) bezeichnet. Wenn ein \u00dcberlieferer daf\u00fcr bekannt ist, ein schwaches Ged\u00e4chtnis zu haben oder aus Unachtsamkeit Fehler zu machen, dann werden seine Hadithe als da\u2019ief (\u201cschwach\u201d) beurteilt (Burton 110-111).<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es noch andere Faktoren, die in die abschlie\u00dfende Beurteilung des Hadith miteinflie\u00dfen und nach den Worten von Ibn Al-Salah: \u201cEin sahih Hadith ist einer, der einen kontinuierlichen Isnad besitzt, von \u00dcberlieferern mit vertrauensw\u00fcrdigem Ged\u00e4chtnis von \u00e4hnlichen Autorit\u00e4ten stammt und der f\u00fcr frei von jeglichen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten (im Text) oder Fehlern (im Isnad) befunden wird.\u201d Nach Al-Tirmidhi ist ein hasan Hadith: \u201cEin Hadith, der nicht schadhdhist, keinen herabgew\u00fcrdigten \u00dcberlieferer in seinem Isnad enth\u00e4lt, und der mit mehr als einer Route der \u00dcberlieferung berichtet wird \u201d (Hasan 44-46). Ein Hadith, der die Erfordernisse f\u00fcr einen hasan Hadith nicht erf\u00fcllt, wird als da\u2019iefeingestuft und oft ist das aufgrund des Isnad. Er kann auch als da\u2019ief eingestuft werden, wenn einer der \u00dcberlieferer kein gutes Ansehen hat, aus welchem Grund auch immer, sei es weil er Fehler macht oder weil er nicht ehrlich ist. Wenn die Fehler viele und schwerwiegende sind, dann wird der Hadith eher als mawdu\u2019 oder \u201eerfunden\u201c eingestuft. Gem\u00e4\u00df Al-Dhahabi ist der mawdu\u2019 Hadith der, dessen Text gegen die Normen verst\u00f6\u00dft, die der Prophet in seinen Aussagen aufgestellt hat oder dessen Isnad einen L\u00fcgner enth\u00e4lt. Ein Hadith kann auch als mawdu\u2019eingestuft werden aufgrund \u201cexterner Beweise in Verbindung mit einer Diskrepanz in den Daten oder Zeiten eines bestimmten Ereignisses\u201d (Hasan 49).<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich bilden die zuvorgenannten Klassifizierungen nur einen Teil der ganzen Klassifizierungen, die existieren. Die Hadithstudien sind sehr komplex und es scheint so, dass die Gelehrten an jeden vorstellbaren Winkel gedacht haben, aus dem der Hadith zu analysieren ist. All dies diente dem Zweck, zwischen den unterschiedlichen Arten der \u00dcberlieferungen zu unterscheiden insbesondere um die authentischen von den nicht authentischen zu trennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>Source: https:\/\/www.islamland.com\/deu\/articles\/moderne-historische-methodologie-im-vergleich-zur-hadith-methodologie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reem Azzam (teil 1 von 5): Westliche historische Methodologie Das Studium des Hadith ist eines, das Jahrhunderte zur\u00fcckreicht und Thema vieler Diskussionen sowohl unter Muslimen als auch unter Nicht-Muslimen gewesen ist. Einige Gelehrte bezeichnen die Sammlung der Hadithe als unauthentisch und als etwas, das geringgesch\u00e4tzt werden sollte, w\u00e4hrend andere das Gegenteil behaupten. Was genau ist &#8230; <a title=\"Moderne historische Methodologie im Vergleich zur Hadith Methodologie\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/de\/moderne-historische-methodologie-im-vergleich-zur-hadith-methodologie\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Moderne historische Methodologie im Vergleich zur Hadith Methodologie\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_uag_custom_page_level_css":"","_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[194],"tags":[],"class_list":["post-8537","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ueber-den-heiligen-quran"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","uagb_featured_image_src":{"full":false,"thumbnail":false,"medium":false,"medium_large":false,"large":false,"1536x1536":false,"2048x2048":false,"gform-image-choice-sm":false,"gform-image-choice-md":false,"gform-image-choice-lg":false},"uagb_author_info":{"display_name":"Site Admin","author_link":"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/de\/author\/admin2\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Reem Azzam (teil 1 von 5): Westliche historische Methodologie Das Studium des Hadith ist eines, das Jahrhunderte zur\u00fcckreicht und Thema vieler Diskussionen sowohl unter Muslimen als auch unter Nicht-Muslimen gewesen ist. 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