{"id":8550,"date":"2020-06-20T02:15:14","date_gmt":"2020-06-20T07:15:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/?p=8550"},"modified":"2020-07-05T02:50:34","modified_gmt":"2020-07-05T07:50:34","slug":"malcolm-x-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/de\/malcolm-x-usa\/","title":{"rendered":"Malcolm X, USA &#8211;"},"content":{"rendered":"<h3><strong>(teil 1 von 2)<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>\u201cIch bin Muslim und werde immer ein Muslim sein. Meine Religion ist der Islam.\u201d<br \/>\n-Malcolm X<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Fr\u00fches Leben<\/strong><\/h4>\n<p>Malcolm X, geboren als Malcolm Little am 19. Mai 1925 in Omaha, Nebraska. Seine Mutter, Louis Norton Little, war Hausfrau, die sich um ihre acht Kinder k\u00fcmmerte. Sein Vater, Earl Little, war Geistlicher der Baptisten und begieriger Unterst\u00fctzer des F\u00fchrers der Black Nationalists (der Schwarzen Nationalisten) Marcus Garvey. Earls B\u00fcrgerrechtsaktivismus zog Morddrohungen von der wei\u00dfen \u00dcberlegenheitsorganisation Schwarze Legion nach sich, die die Familie dazu zwang, zweimal vor Malcolms viertem Geburtstag umzuziehen. Trotz Littles Anstrengungen der Legion auszuweichen, brannte 1929 ihr Heim in Lansing, Michigan, bis auf den Grund nieder und zwei Jahre sp\u00e4ter fand man Earls verst\u00fcmmelten K\u00f6rper auf den Bahngleisen der Stadt liegen, als Malcolm erst sechs war. Louise hatte mehrere Jahre nach dem Tod ihres Ehemannes einen emotionalen Zusammenbruch und wurde in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Ihre Kinder wurden auf verschiedene Pflegeheime und Waisenh\u00e4user verteilt.<br \/>\nMalcolm war ein t\u00fcchtiger, strebsamer Student und absolvierte die Junior Highschool als Klassenbester. Als einer seiner Lieblingslehrer ihm allerdings erz\u00e4hlte, dass Malcolms Traum, Rechtsanwalt zu werden, kein realistisches Ziel f\u00fcr einen Nigger sei, verlor Malcolm das Interesse an der Schule und gab sie im Alter von 15 auf. Das Leben der Stra\u00dfe kennenlernend, wurde Malcolm mit Gangstern, Dieben, Rauschgifth\u00e4ndlern und Strichjungen vertraut. Im Alter von zwanzig wegen Einbruch und Diebstahl verurteilt, verbrachte er die Jahre bis er siebenundzwanzig war im Gef\u00e4ngnis. W\u00e4hrend seines Aufenthalts im Gef\u00e4ngnis, versuchte er, sich selbst zu weiterzubilden. Au\u00dferdem erfuhr er w\u00e4hrend der Zeit im Gef\u00e4ngnis von der Nation des Islam und trat ihr bei, studierte die Lehren von Elijah Muhammad vollst\u00e4ndig. 1952 wurde er als v\u00f6llig ver\u00e4nderter Mann entlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4><strong>Die \u00b4Nation des Islam\u00b4<\/strong><\/h4>\n<p>Nach seiner Entlassung ging Malcolm nach Detroit, beteiligte sich an den t\u00e4glichen Aktivit\u00e4ten der Sekte und wurde von Elijah Muhammad pers\u00f6nlich eingewiesen. Malcolms pers\u00f6nliches Engagement half dabei, die Organisation weltweit aufzubauen, wobei er zu einer internationalen Pers\u00f6nlichkeit wurde. Er wurde von gro\u00dfen Fernsehprogrammen und Magazinen interviewt und sprach im ganzen Land an verschiedenen Universit\u00e4ten und auf anderen Foren. Seine Kraft lag in seinen Worten, die so lebendig die Lage der Schwarzen beschrieben und die Wei\u00dfen so vehement beschuldigten. Wenn eine wei\u00dfe Person die Tatsache zitierte, dass manche s\u00fcdliche Universit\u00e4ten schwarze Neulinge ohne Bayonet eingeschrieben hatten, reagierte Malcolm mit Verachtung:<br \/>\n&#8222;Als ich hindurchschl\u00fcpfte, beeilte sich der Programmmanager, mich zu trietzen: \u00b4Ahhh! Wirklich, Mr. Malcolm X \u2013 sie k\u00f6nnen nicht leugnen, dass dies ein Forschritt f\u00fcr ihre Rasse ist!\u00b4<\/p>\n<p>Ich konnte mich nicht umdrehen, ohne etwas von einigen \u00b4Fortschritten in B\u00fcrgerrechten\u00b4 zu h\u00f6ren! Wei\u00dfe Menschen scheinen zu denken, der schwarze Mann sollte \u00b4Hallelujah\u00b4 ausrufen! Vierhundert Jahre lang hat der wei\u00dfe Mann sein einen Fu\u00df langes Messer in den R\u00fccken des schwarzen Mannes gestochen \u2013 und jetzt beginnt der wei\u00dfe Mann, das Messer herauszudrehen, vielleicht f\u00fcnfzehn Zentimeter! Es wird erwartet, dass der schwarze Mann ihnen Dankbarkeit erweist? Warum? Selbst wenn der wei\u00dfe Mann das Messer ganz herausziehen w\u00fcrde, w\u00fcrde es immer noch eine Narbe hinterlassen!&#8220;<\/p>\n<p>Obwohl Malcolms Worte h\u00e4ufig mit den Ungerechtigkeiten gegen schwarze in Amerika stachen, hielten ihn die auf gleicher Weise rassistischen Ansichten der Nation des Islam davon ab, jegliche Wei\u00dfen als aufrichtig anzuerkennen oder in der Lage, ihnen in der Situation hilfreich beiseite stehen zu k\u00f6nnen. Zw\u00f6lf Jahre lang predigte er, dass der wei\u00dfe Mann der Teufel war und der ehrenwerte Elijah Muhammad der Gesandte Gottes. Ungl\u00fccklicherweise konzentriert sich das Bild der meisten heutzutage auf diesen Zeitabschnitt in Malcolms Leben, obwohl ihm die Ver\u00e4nderungen, die er durchmachte, eine v\u00f6llig andere und wesentlich wichtigere Botschaft f\u00fcr das amerikanische Volk gegeben haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Der Wechsel zum wahren Islam<\/strong><\/h4>\n<p>Am 12.M\u00e4rz 1964 verlie\u00df Malcolm die Nation des Islam, abgesto\u00dfen von den internen Eifers\u00fcchteleien und den Enth\u00fcllungen von Elijah Muhammads sexueller Unmoral mit der Absicht, eine eigene Organisation zu gr\u00fcnden:<br \/>\n&#8222;Ich f\u00fchle mich wie ein Mann, der lange unter der Kontrolle eines anderen geschlafen hat. Ich f\u00fchle, was ich jetzt denke und sage, ist f\u00fcr mich selbst. Vorher war es f\u00fcr und durch die Anleitung eines anderen gewesen, jetzt aber denke ich mit meinem eigenen Verstand.&#8220;<\/p>\n<p>Malcolm war achtunddrei\u00dfig Jahre alt, als er Elijah Muhammads Nation des Islam verlie\u00df. \u00dcber seine \u00dcberlegungen nachdenkend, die er vor seinem Austritt angestellt hatte, sagte er:<br \/>\n&#8222;An dem einen oder anderen Vortrag an einem College oder einer Universit\u00e4t kamen normalerweise, nachdem ich gesprochen hatte, vielleicht ein Dutzend vorwiegend wei\u00df-erscheinende Menschen zu mir, die sich als arabische, mittel\u00f6stliche oder aus nordafrikanische Muslime zu erkennen gaben, die die Vereinigten Staaten besuchten, dort studierten oder lebten. Sie hatten mir gesagt, dass sie ungeachtet meiner die Wei\u00dfen anklagenen Aussagen f\u00fchlten, dass ich mich ernsthaft als Muslim betrachtete \u2013 und sie f\u00fchlten, wenn ich dem, was sie den wahren Islam nannten, augesetzt sein w\u00fcrde, w\u00fcrde ich ihn verstehen und annehmen. Automatisch war ich, als Anh\u00e4nger von Elijah Muhammad, \u00e4rgerlich geworden, wann immer mir dies gesagt wurde. Aber in der Privatsph\u00e4re meiner eigenen Gedanken nach verschiedenen solcher Erfahrungen, befragt ich mich selbst: \u00b4wenn jemand aufrichtig eine Religion aus\u00fcbt, warum sollte er dann verhindern, dass sich sein Wissen von dieser Religion sich verbreitet?\u00b4<\/p>\n<p>Jene orthodoxen Muslime, die ich getroffen hatte, hatten mich, einer nach dem anderen, gebeten, mit einem Dr. Mahmoud Youssef Shawarbi zu sprechen. &#8230;Dann eines Tages wurden Dr. Shawarbi und ich von einem Journalisten eingeladen. Er war herzlich. Er sagte, er hat mich in der Presse verfolt; ich sagte, mir sei von ihm erz\u00e4hlte worden und wir sprachen f\u00fcnfzehn oder zwanzig Minuten lang. Wir mu\u00dften beide gehen, um Verabredungen einzuhalten, die wir hatten, und er sagte etwas, dessen Logik mir nie mehr aus dem Kopf ging. Er sagte: &#8222;Kein Mann hat vollkommen geglaubt, bis er f\u00fcr seinen Bruder w\u00fcnscht, was er f\u00fcr sich selbst auch w\u00fcnscht.&#8220; (Eine Aussage des Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden auf ihm).&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Die Auswirkungen der Pilgerfahrt<\/strong><\/h4>\n<p>Malcolm spricht weiter \u00fcber den Ha\u011f\u011f:<br \/>\n&#8222;Die Pilgerfahrt nach Mekka, bekannt als Ha\u011f\u011f, ist eine religi\u00f6se Pflicht die jeder orthodoxe Muslim erf\u00fcllt, wenn er dazu in der Lage ist, wenigstens einmal im Leben.<\/p>\n<p>Der Heilige Quran sagt:<br \/>\n\u201c\u2026Und der Menschen Pflicht ist die Pilgerfahrt zum Hause (Gottes, das durch den Propheten Abraham erbaut wurde), wer da den Weg zu ihm machen kann\u2026\u201d (Quran 3:97)<\/p>\n<p>\u201cGott sprach: &#8222;Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt auf. Sie werden zu Fu\u00df und auf jedem mageren Kamel aus allen fernen Gegenden zu dir kommen.\u201d (Quran 22:27)<\/p>\n<p>Jeder einzelne von den Tausenden am Flughafen, bereit nach Jeddah aufzubrechen, war auf diese Art bekleidet. Du k\u00f6nntest ein K\u00f6nig oder ein Bauer sein, und niemand w\u00fcrde es wissen. Einige m\u00e4chtige Pers\u00f6nlichkeiten, die mir diskret gezeigt wurden, hatten das gleiche wie ich an. Einmal angezogen, hatten wir alle begonnen, mit wenigen Unterbrechungen auszurufen: &#8222;Labbayka! (Allahumma) Labbayka!&#8220; (Dir zu Diensten bin ich hierher geeilt, unser Herr!) In einem Flugzeug mit wei\u00dfen, schwarzen, braunen, roten und gelben Menschen, blaue Augen und blonde Haare, und mein filziges rotes Haar \u2013 alle zusammen, Br\u00fcder! Alle verehren denselben Gott, alle nacheinander, geben sich gegenseitig die gleiche Ehre\u2026<\/p>\n<p>Erst zu dieser Zeit begann ich wieder, den &#8222;Wei\u00dfen Mann&#8220; neu einzusch\u00e4tzen. Es war, als ich zu sp\u00fcren begann, dass &#8222;Wei\u00dfer Mann&#8220;, wie es gw\u00f6hnlich verwendet wird, nur zweitrangig &#8222;Hautfarbe&#8220; bedeutet; in erster Linie beschreibt es Verhaltensweisen und Taten. In Amerika bedeutete &#8222;Wei\u00dfer Mann&#8220; bestimmte Verhaltensweisen und Handlungen -Schwarzen und allen anderen nicht-wei\u00dfen Menschen gegen\u00fcber. In der muslimischen Welt aber hatte ich gesehen, da\u00df M\u00e4nner mit wei\u00dfer Hautfarbe wirklich br\u00fcderlicher waren, als alle anderen sonst jemals waren. Dieser Morgen war der Anfang einer radikalen \u00c4nderung meiner gesamten Ansichten \u00fcber &#8222;wei\u00dfe&#8220; M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Da waren Zehntausende von Pilgern aus aller Herren L\u00e4nder. Sie hatten alle Farben, von blau\u00e4ugigen Blonden bis zu tiefschwarzen Afrikanern. Aber wir alle nahmen an demselben Ritual teil, entfalteten einen einheitlichen Geist und eine Br\u00fcderlichkeit, von der ich nach meinen Erfahrungen in Amerika nie geglaubt h\u00e4tte, da\u00df sie unter Wei\u00dfen und Nicht-Wei\u00dfen existieren k\u00f6nnte&#8230; Amerika mu\u00df unbedingt den Islam verstehen lernen, denn dies ist die Religion, die das Rassenproblem ihrer Gesellschaft ausgerottet hat. W\u00e4hrend meiner ganzen Reisen durch die muslimische Welt habe ich viele Leute getroffen, mit ihnen gesprochen und sogar gegessen, die in Amerika als wei\u00df angesehen w\u00fcrden \u2013 aber die Eigenschaften der &#8222;Wei\u00dfen&#8220; waren aus ihren K\u00f6pfen durch die Religion des Islam beseitigt. Ich habe nie zuvor so eine ernsthafte und ehrliche Br\u00fcderlichkeit von Menschen aller Farben zusammen gesehen, ungeachtet ihrer Farbe.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Malcoms neue Vision f\u00fcr Amerika<\/strong><\/h4>\n<p>Malcolm f\u00e4hrt fort:<br \/>\n&#8222;Jede Stunde hier in dem Heiligen Land bef\u00e4higt mich zu immer gr\u00f6\u00dfer werdenden spirituellen Einblicken in das, was in Amerika zwischen schwarz und wei\u00df passiert. Der amerikanische Negro kann nie f\u00fcr seine rassistischen Feindlichkeiten beschuldigt werden \u2013 er reagiert lediglich auf vierhundert Jahre bewussten Rassismus durch die amerikamischen Wei\u00dfen. Aber da der Rassismus Amerika auf den Weg des Selbstmord f\u00fchrt, glaube ich, anhand der Erfahrung, die ich mit ihnen hatte, dass die Wei\u00dfen der j\u00fcngeren Generation in den Colleges und Universit\u00e4ten die Handschrift auf der Mauer lesen wird und viele von ihnen werden den spirituellen Weg der Wahrheit einschlagen \u2013 den einzigen Weg, der Amerika noch bleibt, um die Katastrophe abzuwenden, zu dem der Rassismus unvermeidlich f\u00fchren muss.<\/p>\n<p>Ich glaube, dass Gott der sogenannten \u00b4christlichen\u00b4 wei\u00dfen Gesellschaft ihre letzte M\u00f6glichkeit gegeben hat, zu bereuen und f\u00fcr die Verbrechen der Ausbeutung und der Versklavung der nicht-wei\u00dfen V\u00f6lker der Welt zu s\u00fchnen. Es ist genau so, wie als Gott Pharao eine M\u00f6glichkeit zur Reue gelassen hat. Aber Pharao lehnte ab, weil er sonst gerecht zu denen h\u00e4tte sein m\u00fcssen, die er unterdr\u00fcckte. Und wir wissen, dass Gott Pharao letztendlich zerst\u00f6rt hat.<\/p>\n<p>Ich werde niemals das Dinner bei Azzam zuhause mit Dr. Azzam vergessen. Je mehr wir sprachen, desto mehr ahnte ich sein riesiges Wissen und seine Vielf\u00e4ltigkeit schien grenzenlos. Er sprach von der Rassenzugeh\u00f6rigkeit der Nachkommen Muhammads, des Propheten, Gottes Segen und Frieden auf ihm, und er zeigte mir, dass sie sowohl schwarz als auch weiss waren. Er bewies mir auch, dass Farbe und die Probleme mit der Farbe , die in der muslimischen Welt existieren, nur in den Bereichen vorkommen, wo die Muslime durch den Westen beeinflusst sind. Er sagte, dass wenn man irgendwelche Differenzen aufgrund der Hautfarbe vorfindet, dann steht das in direktem Verh\u00e4ltnis zum westlichen Einflu\u00df.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\n<strong>(teil 2 von 2) Teil 2: Ein neuer Mann mit einer neuen Botschaft.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Das Einssein des Menschen unter dem Einen Gott<\/strong><\/h4>\n<p>Es war w\u00e4hrend seiner Pilgerreise, wo er begann, einige Briefe an seine treuen Assistenten in der neugestalteten Muslimischen Moschee in Harlem zu schreiben. Er bat darum, dass seine Briefe vervielf\u00e4ltigt wurden und an die Presse verteilt w\u00fcrden:<br \/>\n\u201cNiemals zuvor war ich Zeuge einer so aufrichtigen Gastfreundschaft und eines so \u00fcberw\u00e4ltigenden Geistes wahrer Br\u00fcderlichkeit geworden, die von Menschen aller Hautfarben und Rassen hier in diesem alten Heiligen Land, dem Heim Abrahams, Muhammads und all der anderen Propheten der Heiligen Schriften, praktiziert werden. Die letzte Woche verbrachte ich ganz und gar sprachlos und verzaubert von der Dankbarkeit, die diese Menschen aller Farben um mich herum ausstrahlten&#8230;<\/p>\n<p>Ihr werdet schockiert sein, diese Worte von mir zu h\u00f6ren. Aber auf dieser Pilgerreise hat mich das, was ich gesehen und erfahren habe, gezwungen, viele meiner fr\u00fcheren Denkmuster neu zu ordnen und einige meiner fr\u00fcheren Schlussfolgerungen \u00fcber Bord zu werfen. Das war nicht allzu schwer f\u00fcr mich. Trotz meiner festen \u00dcberzeugungen bin ich immer ein Mann geblieben, der versucht, den Tatsachen ins Auge zu sehen und die Realit\u00e4t des Lebens als neue Erfahrung und neues Wissen zu akzeptierten und zu entfalten. Ich habe mir immer ein offenes Bewusstsein bewahrt, das f\u00fcr die Flexibilit\u00e4t notwendig ist, die mit einer jeglichen Form der intelligenten Suche nach der Wahrheit Hand in Hand gehen muss.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der letzten elf Tage hier in der muslimischen Welt habe ich mit muslimischen Br\u00fcdern, deren Augen das blaueste Blau, deren Haare das blondeste Blond und deren Haut das wei\u00dfeste Wei\u00df besa\u00dfen, von demselben Teller gegessen, aus demselben Glas getrunken und auf derselben Matte geschlafen, w\u00e4hrend wir zu demselben Gott beteten. Und in den Worten und Taten dieser wei\u00dfen Muslime f\u00fchlte ich dieselbe Aufrichtigkeit, die ich unter den schwarzen afrikanischen Muslimen Nigerias, Sudans und Ghanas versp\u00fcrte.<\/p>\n<p>Wir waren wirklich alle gleich (wie Br\u00fcder) \u2013 denn ihr Glaube an einen Gott hat das Wei\u00dfe aus ihrem Bewusstsein, das Wei\u00dfe aus ihrem Verhalten und das Wei\u00dfe aus ihrer Einstellung verbannt.<\/p>\n<p>Daran konnte ich erkennen, dass vielleicht, wenn die wei\u00dfen Amerikaner die Einheit Gottes akzeptieren k\u00f6nnten, dass sie dann vielleicht auch die Einheit der Menschheit wirklich akzeptieren k\u00f6nnten \u2013 und davon ablassen w\u00fcrden, andere anhand ihres &#8222;Farbunterschiedes&#8220; zu messen, zu behindern und zu sch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Mit dem Rassismus, der Amerika wie ein unheilbares Krebsgeschw\u00fcr plagt, sollte das sogenannte \u00b4christliche\u00b4 wei\u00dfe amerikanische Herz empf\u00e4nglicher f\u00fcr eine bewiesene L\u00f6sung eines derart zerst\u00f6rerischen Problems sein. Vielleicht k\u00f6nnte es f\u00fcr Amerika gerade noch rechtzeitig sein, um das Land vor einer drohenden Katastrophe zu bewahren \u2013 der Rassismus brachte Deutschland dieselbe Zerst\u00f6rung und hat vielleicht die Deutschen selbst zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>\u201cSie fragten mich, was mich am Hajj am meisten beeindruckt habe\u2026 ich antwortete: &#8222;Die Br\u00fcderlichkeit! Die Menschen aller Rassen, Hautfarben, aus der gesamten Welt kommen zusammen! Das hat mir die Macht des Einen Gottes bewiesen\u2026 Alle a\u00dfen zusammen, alle schliefen zusammen. Die gesamte Atmosph\u00e4re der Pilgerreise betonte das Einssein der Menschen unter Einem Gott.&#8220;<\/p>\n<p>Malcolm kehrte als El-Hajj Malik al-Shabazz von der Pilgerreise zur\u00fcck. Er brannte von neuen spirituellen Einsichten. F\u00fcr ihn hatte sich der Kampf von einem Kampf um B\u00fcrgerrechte eines Nationalisten zu einem Kampf um Menschenrechte eines V\u00f6lker- und Menschenrechtlers ausgeweitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Nach der Pilgerreise<\/strong><\/h4>\n<p>Wei\u00dfe und andere Reporter waren begierig darauf, El-Hajj Maliks neuen Ansichten \u00fcber sich selbst zu erfahren. Sie konnten kaum glauben, dass sich der Mann, der so viele Jahre gegen sie gepredigt hatte, pl\u00f6tzlich um 180 Grad gedreht haben und sie als Br\u00fcder bezeichnen k\u00f6nnte. Diesen Menschen hatte El-Hajj Malik folgendes zu sagen:<br \/>\n\u201cIhr fragt mich: \u00b4Hast du nicht gesagt, dass du jetzt die hellh\u00e4utigen M\u00e4nner als Br\u00fcder akzeptierst?\u00b4 Nun, meine Antwort ist, dass ich in der muslimischen Welt gesehen, gef\u00fchlt und nach Hause geschrieben habe, wie sich meine Denkweise ausgeweitet hat! Genau, wie ich beschrieben habe, teilte ich wahre, br\u00fcderliche Liebe mit vielen wei\u00dfen Muslimen, die an meine Rasse oder Hautfarbe oder die eines anderen Muslim nie einen einzigen Gedanken verschwendet haben.<\/p>\n<p>\u201cMeine Pilgerreise hat meine Sichtweise erweitert. Sie hat mich mit einer neuen Einsicht gesegnet. In den zwei Wochen im Heiligen Land sah ich, was ich hier in Amerika in neununddrei\u00dfig Jahren nicht gesehen hatte. Ich sah alle Rassen, alle Hautfarben, &#8212; von blau\u00e4ugigen Blonden bis hin zu schwarzh\u00e4utigen Afrikanern &#8212; in wahrer Br\u00fcderlichkeit! Eine Einheit! Als Eins zusammenlebend! Keiner, der trennte, keine Liberalen; sie h\u00e4tten gar nicht gewu\u00dft, wie man die Bedeutung dieser Worte interpretiert.<\/p>\n<p>\u201cIn der Vergangenheit, ja, da habe ich radikale Anschuldigungen gegen alle wei\u00dfe Menschen ausgesprochen. Ich m\u00f6chte mich solcher Dinge nie wieder schuldig machen \u2013 denn ich wei\u00df jetzt, dass einige wei\u00dfe Menschen wirklich aufrecht sind, dass einige wei\u00dfe Menschen wirklich f\u00e4hig sind, br\u00fcderlich gegen\u00fcber dem schwarzen Mann zu sein. Der wahre Islam hat mir gezeigt, dass eine blo\u00dfe Anschuldigung aller wei\u00dfen Menschen genauso verkehrt ist, wie wenn die Wei\u00dfen blo\u00dfe Anschuldigungen gegen Schwarze hervorbringen.\u201d<\/p>\n<p>Zu den Schwarzen, die ihn vermehrt als F\u00fchrer betrachteten, predigte El-Hajj Malik eine neue Botschaft, geradezu das Gegenteil von dem, was er als Prediger in der Nation des Islam gesagt hatte:<br \/>\n\u201cDer wahre Islam hat mich gelehrt, dass alle religi\u00f6sen, politischen, wirtschaftlichen, psychologischen und alle rassenm\u00e4\u00dfigen Inhaltsstoffe oder Eigenheiten dazugeh\u00f6ren, um die Familie und die Gesellschaft der Menschen vollst\u00e4ndig zu machen.<\/p>\n<p>\u201cIch sagte zu meinen Zuh\u00f6rern in der Harlem Street, dass, nur wenn sich die Menschheit dem Einen Gott ergibt, Der sie erschaffen hat &#8212; nur dann wird sich die Menschheit dem &#8222;Frieden&#8220; auch nur n\u00e4hern, von dem so viel gesprochen&#8230; aber in dessen Richtung so wenig unternommen wird.\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Zu gef\u00e4hrlich, zum Bleiben<\/strong><\/h4>\n<p>El-Hajj Maliks neue universelle Botschaft stellte den schlimmsten Alptraum der Vereinigten Staaten dar. Nicht nur, dass er die schwarzen Massen anzog, sondern auch die Intellektuellen aller Rassen und Hautfarben. Jetzt wurde er st\u00e4ndig von der Presse als &#8222;gewaltverherrlichend&#8220; und &#8222;militant&#8220; d\u00e4monisiert, obgleich in Wirklichkeit er und Dr.Martin Luther King sich von ihren Standpunkten her n\u00e4herten:<br \/>\n\u201cDas Ziel war immer dasselbe geblieben, mit Ann\u00e4herungen, so verschieden sie auch waren, meine und die von Dr.Martin Luther Kings gewaltlosen Kundgebungen, welche die Brutalit\u00e4t und das Schlechte der wei\u00dfen M\u00e4nner gegen\u00fcber wehrlosen Schwarzen dramatisierten. Und heutzutage in dem rassistischen Klima dieses Landes, stellt jeder Vermutungen an, welches &#8222;extrem&#8220; die Probleme des schwarzen Mannes zuerst mit einer pers\u00f6nlichen fatalen Katastrophe treffen w\u00fcrde; der \u00b4friedliche\u00b4 Dr.King oder ich, den sie als \u00b4gewaltt\u00e4tig\u00b4 betrachteten.\u201d<\/p>\n<p>El-Hajj Malik wu\u00dfte nur zu gut, dass er die Zielscheibe zahlreicher Gruppen war. Trotz alledem hatte er nie Bedenken, das auszusprechen, was er sagen wollte, wenn er meinte, es sagen zu m\u00fcssen. Wie eine Art Grabesinschrift sagt er am Ende seiner Autobiographie:<br \/>\n\u201cIch wei\u00df, dass Gesellschaften h\u00e4ufig die Menschen get\u00f6tet haben, die daran beteiligt gewesen waren, diese Gesellschaften zu ver\u00e4ndern. Und wenn ich sterben kann, und ich habe zuvor irgendein Licht gebracht, irgendeine bedeutungsvolle Wahrheit gebracht, die dabei helfen wird, das rassistische Krebsgescheschw\u00fcr zu zerst\u00f6ren, das den K\u00f6rper Amerikas sch\u00e4digt &#8212; dann geb\u00fchrt alles Lob und alle Ehre Gott. Nur die Fehler sind von mir.\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Das Verm\u00e4chtnis des Malcolm X<\/strong><\/h4>\n<p>Obwohl El-Hajj Malik wu\u00dfte, dass er eine Zielscheibe f\u00fcr M\u00f6rder war, akzeptierte er diese Tatsache, ohne um Polizeischutz zu bitten. Als er am 21. Februar 1965 in einem New Yorker Hotel eine Rede vorbereitete, wurde er von drei schwarzen M\u00e4nnern erschossen. Drei Monate sp\u00e4ter w\u00e4re er vierzig geworden. Obwohl deutlich ist, dass die Nation des Islam etwas mit dem Mord zu tun hat, glauben viele Menschen, dass noch mehr Organisationen daran beteiligt gewesen waren. Das FBI \u2013 bekannt f\u00fcr ihre Tendenz, gegen die Scchwarzenbewegung zu sein \u2013 wurde als Komplize in betracht gezogen. Wir werden m\u00f6glicherweise nie mit Sicherheit wissen, wer hinter der Ermordung von El-Hajj Malik oder den Morden an anderen nationalen F\u00fchrern in den fr\u00fchen 60ern steckte.<\/p>\n<p>Malcolm X\u2019 Leben hat die Amerikaner auf viele wichtige Arten beeinflusst. Das Interesse der Afro-Amerikaner an ihren islamischen Wurzeln ist seit El-Hajj Maliks Tod erbl\u00fcht. Alex Haley, der Malcolms Autobiographie schrieb, verfasste sp\u00e4ter das Werk \u00b4Roots\u00b4 (Wurzeln) \u00fcber die Erfahrungen einer afrikanischen, muslimischen Familie mit der Sklaverei. Immer mehr Afro-Amerikaner werden Muslime, nehmen muslimische Namen an oder erkunden die afrikanische Kultur. Das Interesse an Malcolm X hat durch Spike Lees Film &#8222;X&#8220; eine neue Flutwelle erfahren. El-Hajj Malik ist eine Quelle des Stolzes f\u00fcr Afro-Amerikaner, Muslime und Amerikaner im allgemeinen. Seine Botschaft ist einfach und klar:<br \/>\n\u201cIch bin kein Rassist, in welcher Form auch immer. Ich glaube an \u00fcberhaupt keine Art des Rassismus. Ich glaube an keine Art der Diskriminierung oder Trennung. Ich glaube an den Islam, ich bin ein Muslim.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>Source: https:\/\/www.islamland.com\/deu\/articles\/malcolm-x-usa&#8212;ff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(teil 1 von 2) &nbsp; \u201cIch bin Muslim und werde immer ein Muslim sein. Meine Religion ist der Islam.\u201d -Malcolm X &nbsp; Fr\u00fches Leben Malcolm X, geboren als Malcolm Little am 19. Mai 1925 in Omaha, Nebraska. Seine Mutter, Louis Norton Little, war Hausfrau, die sich um ihre acht Kinder k\u00fcmmerte. Sein Vater, Earl Little, &#8230; <a title=\"Malcolm X, USA &#8211;\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/de\/malcolm-x-usa\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Malcolm X, USA &#8211;\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_uag_custom_page_level_css":"","_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[191],"tags":[],"class_list":["post-8550","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-warum-wurde-ich-muslim"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","uagb_featured_image_src":{"full":false,"thumbnail":false,"medium":false,"medium_large":false,"large":false,"1536x1536":false,"2048x2048":false,"gform-image-choice-sm":false,"gform-image-choice-md":false,"gform-image-choice-lg":false},"uagb_author_info":{"display_name":"Site Admin","author_link":"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/de\/author\/admin2\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"(teil 1 von 2) &nbsp; \u201cIch bin Muslim und werde immer ein Muslim sein. 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