{"id":8607,"date":"2020-06-20T02:17:50","date_gmt":"2020-06-20T07:17:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/?p=8607"},"modified":"2020-06-27T23:13:06","modified_gmt":"2020-06-28T04:13:06","slug":"lynda-fitzgerald-ex-katholikin-irland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/de\/lynda-fitzgerald-ex-katholikin-irland\/","title":{"rendered":"Lynda Fitzgerald, Ex-Katholikin, Irland"},"content":{"rendered":"<h3><strong>(teil 1 von 4)<\/strong><\/h3>\n<h4>\n<strong>Einleitung<\/strong><\/h4>\n<p>Lynda Fitzgerald, jetzt als Khadija bekannt, ist ein irisches M\u00e4dchen aus einer Stadt namens Wicklow, in der N\u00e4he von Dublin. Sie stammt von einer streng r\u00f6misch-katholischen Familie, die aus neun Kindern bestand. Ihr Vater ist Elektriker und ihre Mutter Hausfrau.<\/p>\n<p>Lynda wurde in Wicklow ausgebildet und ging dann zum Sekretariats &#8211; College. Sie hat neun Jahre in Dublin gearbeitet.<\/p>\n<p>Khadija, wie sie jetzt genannt wird, konvertierte zum Islam, nachdem sie nach Saudi Arabien gekommen war. Sie berichtet in diesem Artikel \u00fcber die Ereignisse, die sie in dieses Heilige Land gebracht haben und die sie auf den richtigen Weg gef\u00fchrt haben. M\u00f6ge Gott sie segnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Wie ich nach Saudi Arabien gekommen bin<\/strong><\/h4>\n<p>Ich war in einem Klub f\u00fcr junge Leute. Wir haben uns jeden Montag getroffen und sind dann zum Pub gegangen. Manchmal ging ich mit, doch meistens ging ich nach dem Treffen nach Hause. Eines Abends hatte ein neues M\u00e4dchen im Klub angefangen, und ich beschloss, zum Pub mitzugehen und mit ihr zu reden, damit sie sich Willkommen f\u00fchlt. Es stellte sich heraus, dass sie f\u00fcr eine Agentur arbeitete, die f\u00fcr Saudi Arabien anwarb. Sie begann, mir davon zu erz\u00e4hlen. Ich war fasziniert. Ich hatte vorher nur wenig von Saudi Arabien geh\u00f6rt. Als die Nacht verging, wurde ich immer interessierter und zu der Zeit, als ich den Pub verlie\u00df, wollte ich wirklich nach Saudia.<\/p>\n<p>Ich bewarb mich um einen Job in jenem Jahr, 1993, aber ich bekam keinen. Also dachte ich nicht weiter daran. Ich ging Weihnachten nach Hause und war sehr gelangweilt, da entschloss ich mich, dass ich mit meinem Leben etwas anderes anfangen m\u00fcsse. Alle meine Freundinnen hatten Freunde oder waren verheiratet und hatten sich anderen Dingen zugewandt. Ich fand mich pl\u00f6tzlich ohne Bindungen. Als ich nach Weihnachten in die Stadt zur\u00fcckkehrte, rief ich dieses M\u00e4dchen von der Agentur an und bat sie, mir irgendeinen Job in Saudi Arabien zu geben, der reinkam. Sie sagte: \u201eDu wirst es nicht glauben. Ich habe eben gerade ein Fax vom Security Forces Hospital erhalten, die suchen eine Sekret\u00e4rin.\u201c Am 15.M\u00e4rz 1994 war ich hier.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Meine ersten Eindr\u00fccke vom Islam<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn du nach Saudi Arabien kommst, ist das erste, das dir die Westler erz\u00e4hlen, wie furchtbar die Muslime sind, wie schlecht sie ihre Frauen behandeln, wie sie alle hinaus gehen zum beten und stundenlang nicht zur\u00fcck kommen, wie sie alle nach Bahrain reisen, um zu trinken und sich Frauen zu nehmen. Du bist gleich von Anfang an voreingenommen \u2026 und du denkst, das ist Islam. Ungl\u00fccklicherweise vers\u00e4umen viele Westler, dies zu sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Wie ich diese Ansicht \u00e4nderte<\/strong><\/h4>\n<p>Was mich betrifft, ich war von Anfang an neugierig. Ich sah, wie die Menschen in der Moschee beteten, und ich dachte, es w\u00e4re gro\u00dfartig einen so starken Glauben zu haben, um Gott so viel anzubeten. Ich sah Brosch\u00fcren herum liegen und nahm sie in die Hand, um sie zu lesen. Doch meine westlichen Freunde sagten: \u201eWieso willst du das lesen, sie versuchen nur, dich einer Gehirnw\u00e4sche zu unterziehen\u201c, da war ich verlegen und h\u00f6rte damit auf. Bald fing ich an, Arabisch-Unterricht zu nehmen und der Arabisch-Lehrer, ein \u00c4gypter, beeindruckte mich wirklich sehr. Er war so anders als viele Muslime, die ich getroffen hatte. Sein Glaube war stark. Ich war freundschaftlich mit ihm, denn wir hatten auf der Arbeit Probleme mit einem muslimischen Jungen und ich brauchte jemanden, mit dem ich dar\u00fcber reden konnte. Ich war ver\u00e4rgert und machte den Islam f\u00fcr alles verantwortlich, aber er war wirklich geduldig und erkl\u00e4rte mir die Dinge und half mir, zu erkennen, dass es nicht der Islam war und dass nicht alle Muslime sich derart benehmen.<\/p>\n<p>Eine andere Sache, die dir Westler erz\u00e4hlen, ist, dass alle Muslime versuchen, dich zu konvertieren, und sie werden versuchen, eine Gehirnw\u00e4sche bei dir vorzunehmen. Also wirst du nat\u00fcrlich sehr misstrauisch, wenn irgendjemand versucht, mit dir \u00fcber den Islam zu reden, baust du eine Mauer zwischen dir und ihnen auf, und du wirst ihnen nicht zuh\u00f6ren, egal was sie dir erz\u00e4hlen. Was Khaled betrifft, er sprach nie \u00fcber den Islam, au\u00dfer wenn ich das Thema als Erste ansprach oder wenn ich den Islam unrichtigerweise f\u00fcr etwas verantwortlich machte und gelegentlich griff ich ihn ungerechterweise an f\u00fcr etwas, das \u00fcberhaupt nichts mit dem Islam zu tun hatte. Er blieb immer ruhig und war sehr geduldig, und es war sehr deutlich, dass er nur wollte, dass ich die Wahrheit erfahre, er wollte nur, dass ich erkenne, dass ich ungerecht und schlecht informiert war.<\/p>\n<p>Dann war Ramadhan. Viele saudische Jungs jammerten auf der Arbeit \u201ewir k\u00f6nnen Essen riechen, ihr solltet nicht im B\u00fcro essen, ihr solltet uns mehr Respekt entgegen bringen\u201c. Ich konnte nicht verstehen, warum ich an meinem Schreibtisch nicht ein Glas Wasser haben sollte, nachdem sie angeblich Gott ein Opfer erbringen sollten, sollte ihnen das Glas Wasser auf meinem Schreibtisch nichts ausmachen. Der folgende Auszug aus meinem Tagebuch zeigt, wie ich mich beim Beginn des Ramadhan f\u00fchlte:<br \/>\n\u201cEs ist Ramadhan. Meine G\u00fcte, was f\u00fcr ein Monat. Es ist so l\u00e4stig. Du kannst noch nicht mal das Wort Essen erw\u00e4hnen. Sie gehen alle wie mega-M\u00e4rtyrer durch die Gegend und die meisten von ihnen arbeiten nicht einmal. Sie hatten nur sechs Stunden am Tag, also blieben sie die ganze Nacht auf und a\u00dfen und lie\u00dfen uns anderen uns tags\u00fcber wie komplette Heiden f\u00fchlen.\u201d<\/p>\n<p>Mein Freund Khaled versuchte, mir einiges zu erkl\u00e4ren. Er sprach \u00fcber Gebete sp\u00e4t in der Nacht und bem\u00fchte sich, besonders gut zu sein und keine schlechte Sprache zu benutzen oder [sich zu beschweren] oder schlecht \u00fcber andere zu reden und dass man mehr Almosen geben soll. Er sagte, dass manche Westler versuchten, auch zu fasten, um zu sehen, wie das ist, und einige von ihnen mochten es so sehr, dass sie es in jedem Jahr taten. Eines Morgens stand ich auf und entschloss mich, dass ich fasten w\u00fcrde. Und so tat ich es. Ich erz\u00e4hlte keinem davon, nicht einmal Khaled, erstmal, aber dann hat er es durch Zufall selbst heraus gefunden.<\/p>\n<p>An einem Tag ging ich, um ihn zu sehen, und er sagte, er habe etwas, von dem er wollte, dass ich es lese. Er brachte ein Qur\u00b4an-Exemplar, um mir eine Passage \u00fcber Jesus (Friede sei mit ihm) zu zeigen und als er es in meine H\u00e4nde legte, war es so, als legte er ein wertvolles St\u00fcck Kristall hinein. Ich f\u00fchlte Ehrfurcht. Ich wollte ihn nicht zur\u00fcck geben, aber ich f\u00fchlte mich dumm und hatte Angst, er w\u00fcrde lachen, wenn ich ihm sagen w\u00fcrde, wie ich mich f\u00fchlte. Also gab ich ihn zur\u00fcck, aber es brannte noch tagelang in mir drinnen, bis er Schlie\u00dflich selbst zu mir sagte: \u201cWarum liest du nicht den Qur\u00b4an?\u201c und es war, als w\u00fcrde ein Gewicht von meinen Schulter gehoben, und ich brachte ihn nach Hause und begann noch in dieser Nacht zu lesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\n<strong>(teil 2 von 4)<\/strong><\/h3>\n<h4>\n<strong>Der Qur\u00b4an<\/strong><\/h4>\n<p>Zwei Dinge geschahen mir, w\u00e4hrend ich den Qur\u00b4an las. Erstens: ich las die folgende Sure (Sure II (Al Baqara &#8211; 21), und ich stoppte beim Lesen. Ich schloss meine Augen und dachte \u00fcber Gott nach. Pl\u00f6tzlich \u00fcberkam mich ein Gef\u00fchl von der Einheit Gottes, von der Erhabenheit Gottes. Ich konnte erkennen, dass Er keinen Grund daf\u00fcr hatte, einen Partner zu haben. Ich konnte keinen dort mit Ihm sehen, auf derselben Stufe wie Er, warum sollte Er irgend jemanden brauchen. Er brauchte keinen, dessen war ich mir sicher. Ein fremdartiger Frieden kam \u00fcber mich, und ich f\u00fchlte mich wirklich sicher, dass es keinen Gott gab au\u00dfer Gott. Ich w\u00fcnschte mir, das Gef\u00fchl w\u00fcrde f\u00fcr immer andauern, aber es ging nach ein paar Minuten.<\/p>\n<p>Das Zweite war, als ich Sure Al Hajj (22-5) las. Wieder schloss ich meine Augen und hatte ein Bild von der Welt, unfruchtbar und neu geboren. Ich sah einen Erdh\u00fcgel und ein Saatkorn, das zu einem Baum heran wuchs und ich dachte: \u201eWoher kam dieser Samen?\u201c Woher kam alle diese verschiedenen Pflanzen, die du auf der ganzen Welt findest? Es konnte nur von Gott kommen. Wieder sp\u00fcrte ich den Frieden, und ich f\u00fchlte die Wunder Gottes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Die Monate bevor ich konvertierte<\/strong><\/h4>\n<p>Dies waren die schwersten und besten Monate meines Lebens. Manchmal war ich auf einer H\u00f6he und manchmal f\u00fchlte ich mich v\u00f6llig verzweifelt. Dies ist ein Auszug aus meinem Tagebuch im April:<br \/>\n\u201cEtwas Seltsames geht mit mir vor, und ich wei\u00df einfach nicht, wie ich mich f\u00fchlen soll, ob es etwas Gutes ist oder etwas Schlechtes, ob meine Vorstellung mit mir durchgeht oder ob ich einfach einer Gehirnw\u00e4sche unterzogen werde. Dann wieder k\u00f6nnte es richtig sein und das, was sein soll.<\/p>\n<p>Die Sache ist die, ich habe den Islam studiert, und ich denke wirklich dar\u00fcber nach, zu konvertieren \u2013 Gott stehe mir bei. Im Augenblick wei\u00df ich einfach nicht, was ich denken soll, die ganze Angelegenheit schreckt den helllichten Tag aus mir. Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass mir etwas derartiges geschehen k\u00f6nnte. Ich wollte sicherlich nicht konvertiert werden. Ich hatte mich immer als Katholikin betrachtet, ich hatte immer an Gott geglaubt, und ich hatte immer geglaubt, dass Jesus der Sohn Gottes war. Nun stellte ich all das in Frage, ich stellte alles in Frage, was mir zu glauben beigebracht worden war, und meine gesamte Lebensweise.\u201d<\/p>\n<p>Ich dachte von der Zeit am Morgen, wenn ich aufstand, bis zum Abend, wenn ich nach Hause kam, an den Islam. Nach einer Weile \u00fcberkam mich immer wenn ich den Adhan h\u00f6rte, ein heftiger Wunsch zu beten, und am Anfang betete ich auf die herk\u00f6mmliche christliche Art und Weise. Dann bat ich einen der Jungen auf der Arbeit, um ein Buch dar\u00fcber, wie man betet und er gab mir eins. Ich las das Buch, sah die Leute im Fernsehen beten und stellte viele Fragen. Dann fing ich an zu beten. Noch immer wusste keiner davon, bis auf die Jungs bei der Arbeit. Der \u00c4gypter und der Jordanier, der auch ein wirklich guter Muslim ist.<\/p>\n<p>Anfangs betete ich, ohne meine Haare zu bedecken. Ich wusste nicht, dass dies erwartet wurde, und als es mir jemand erz\u00e4hlte, konnte ich mir nicht vorstellen, was der Grund daf\u00fcr sein k\u00f6nnte. Ich hatte an einem Tag eine lange Diskussion mit Khaled bei der Arbeit dar\u00fcber, aber ich konnte es immer noch nicht ergr\u00fcnden. Dann als ich an dem Abend nach Hause fuhr, ging ich, um den Bus zu erreichen, und ich bekam ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Erhabenheit Gottes und wie klein und bedeutungslos ich doch bin, verglichen mit Ihm; ich f\u00fchlte mich so klein wie eine Ameise mit der ganzen Welt, die vor mir ausgebreitet liegt und ich wusste, dass ich meine Haare bedecken sollte, wenn ich bete, denn Er konnte jede Bewegung sehen, die ich machte, und ich hatte kein Recht dazu, stolz zu sein und ich sollte alles tun, um Ihn zufrieden zu stellen. Ich habe dann nie wieder daran gezweifelt, dass ich meine Haare beim Beten bedecken sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Mein Tagebuch am 23 April 1995<\/strong><\/h4>\n<p>\u201cNun, ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich tue. Manchmal scheint es so klar und deutlich zu sein, und ich denke: \u201cJa, ich glaube und m\u00f6chte es hinausschreien.\u201c Dann zu anderen Zeiten f\u00fchle ich mich wirklich unsicher und voller Zweifel und \u00c4ngste, und ich wei\u00df einfach nicht, was ich tun soll. Die Sache ist zwar, abgesehen von allem anderen, es ist eine wirklich gute Religion, der Qur\u00b4an ist sehr sch\u00f6n, und alles ist dort, &#8211; wie man sich benimmt, wie man betet, was man tun soll und was man nicht tun soll. Es gibt nichts dergleichen bei der katholischen Kirche, abgesehen von der Tatsache, dass sie sie von Zeit zu Zeit ver\u00e4ndern, damit sie ihnen besser zusagt. Wenn du dieser Religion folgst, kannst du nicht b\u00f6se sein, zu gar keinem. Du kannst nur freundlich und geduldig und tolerant sein, und du kannst Gott nie vergessen, denn du betest f\u00fcnfmal t\u00e4glich zu Ihm. Ich liebe es zu beten, ich habe es immer getan. Es hilft dir dabei, dich an all die guten Dinge zu erinnern, die du im Leben hast und woher sie kommen und daran, dass du daf\u00fcr immer dankbar sein solltest. Das gibt deinem Leben Frieden.\u201d<\/p>\n<p>Manchmal war ich wirklich froh, dass ich dies alles \u00fcber den Islam herausgefunden hatte und manchmal w\u00fcnschte ich, ich h\u00e4tte nie davon geh\u00f6rt, denn nun wusste ich, dass es die Wahrheit ist, mir wurde klar, dass ich keine andere Wahl hatte, als zu konvertieren, aber ich hing immer noch an meinem alten Leben; auch wenn ich das Alkoholtrinken und zu Partys gehen schon aufgegeben hatte, bef\u00fcrchtete ich, meine westlichen Freunde zu verlieren und die Vorurteile, die mir entgegen gebracht w\u00fcrden, sobald ich anfangen w\u00fcrde, meinen Kopf zu bedecken. Ich sprach so viele Male mit Khaled dar\u00fcber, und jedes Mal sagte ich: \u201cIch w\u00fcrde nie den Mut haben, das Hijab zu tragen,\u201d und er antwortete jedes Mal: \u201cwenn Gott will, wirst du den Mut haben.\u201d<\/p>\n<p>Mein Tagebuch: Mein Problem ist, ich bin der geborene Feigling. Mir graut es beim Gedanken an die Reaktion anderer Menschen, wenn ich anfange, meinen Kopf zu bedecken. Wie k\u00f6nnte ich das je meiner Mutter erz\u00e4hlen oder Liz in Australien. Wie k\u00f6nnte ich nach Australien gehen oder sogar nach Irland und meinen Kopf bedecken. Ich denke nicht, dass ich es ertragen kann. Gott, gib mir Kraft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\n<strong>(teil 3 von 4)<\/strong><\/h3>\n<h4>\n<strong>Meinen Job \u00e4ndern<\/strong><\/h4>\n<p>In meinem Krankenhaus hatte es einen Einstellungsstopp gegeben und dann im Juni \u00f6ffneten sie pl\u00f6tzlich f\u00fcr Einstellungen und es gab zwei neue Jobs, die f\u00fcr mich in Frage kamen. Einer war in der Personalabteilung und ein anderer war in der Ausbildungs- und Trainingsabteilung. Ich hatte die Wahl zwischen beiden Jobs, und beide Direktoren dr\u00e4ngten mich wirklich, in ihre Abteilung zu kommen. Wenn ich zur Personalabteilung ging, w\u00e4re ich mitten im Geschehen, ich w\u00fcrde \u00fcber alles Bescheid wissen, was im Krankenhaus vor sich geht, und ich h\u00e4tte gr\u00f6\u00dfere Chancen, in Zukunft eine Gehaltserh\u00f6hung zu bekommen. Wenn ich in die Ausbildungsabteilung ging, wusste ich, dass die Wahrscheinlichkeit gr\u00f6\u00dfer w\u00e4re, dass die Menschen heraus finden w\u00fcrden, dass ich Muslim bin, und dann w\u00fcrde ich anfangen m\u00fcssen, meinen Kopf zu bedecken. Wochenlang sorgte und gr\u00e4mte ich mich, was ich tun solle. Pl\u00f6tzlich war es mir sehr wichtig, inmitten des Geschehens zu sein und zu wissen, was im Krankenhaus geschah und in einer so starken Position zu sein, doch immer noch hielt mich etwas zur\u00fcck. Schlie\u00dflich sagte mir mein jordanischer Freund, ich soll nach dem Gebet am Abend zwei Rakas zus\u00e4tzlich beten und Gott um Rechtleitung bitten. Dies tat ich tagelang und es schien einfach nichts zu bringen. Ich denke, ich wusste, dass ich zur Ausbildungsabteilung gehen musste, aber in mir gab es einen konstanten Kampf; ich hatte Angst, dass die Leute es heraus fanden, ich hatte Angst, ihnen gegen\u00fcberzu treten, und Gedanken \u00fcber die m\u00e4chtige Stellung in der Personalabteilung krochen in meinen Kopf. Dann eines Abends las ich im Qur\u00b4an, und es fiel mir auf, dass mir alle diese Dinge nichts bedeuteten: Geld, Gerede, Macht. Sie hatten es nie getan. Warum also schienen sie mir jetzt so attraktiv, und ich dachte, das ist Schaitan, der versucht, mich davon zu \u00fcberzeugen, denn er wei\u00df, wenn ich in die Ausbildungsabteilung gehe, dann w\u00fcrde ich mehr Unterst\u00fctzung haben, denn in dieser Abteilung waren mehr Muslime, und ich w\u00fcrde mehr in die Religion involviert werden. Und es kam mir vor, als h\u00e4tte sich eine Wolke gel\u00fcftet, ich fasste meinen Entschluss und ich konnte kaum den n\u00e4chsten Tag erwarten, damit ich meinem Boss die Entscheidung mitteilen k\u00f6nnte. Nat\u00fcrlich ging ich zur Ausbildungsabteilung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Das Hijab tragen<\/strong><\/h4>\n<p>Hierauf entwickelten sich die Dinge ziemlich schnell. Ich fing an, zur Moschee zu gehen und zu beten, und ich erhielt eine Menge Unterst\u00fctzung in der Ausbildungsabteilung. Dann fand es mein Boss (der streng religi\u00f6s ist), heraus und fing damit an, Druck auf mich auszu\u00fcben, meinen Kopf zu bedecken. Da musste ich ernsthaft dr\u00fcber nachdenken. Ich wollte es nicht aus dem falschen Grund tun. Ich wollte es tun, weil ich dazu bereit bin, und wenn ich das weiss, dann setze ich es auf und werde es nie wieder absetzen. Dann als mein Boss Urlaub hatte, war der Druck weg, doch ich dachte immer noch die ganze Zeit dar\u00fcber nach. Ich hatte immer Streitgespr\u00e4che mit meinem Freund dar\u00fcber und den Grund daf\u00fcr, und ich war noch immer nicht \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>An einem Wochenende war ich im Hause eines Freundes, ein paar neue M\u00e4dchen waren angekommen, und ich sprach mit ihnen. Sie waren wirklich nett und ich f\u00fchlte, wir k\u00f6nnten Freunde werden, doch dann dachte ich, \u00b4ok, neue Leute kommen und es wird nur immer schwerer und schwerer\u00b4. M\u00f6glicherweise wenn sie mich von Anfang an mit Hijab gesehen h\u00e4tten, dann w\u00fcrden sie es akzeptieren und nicht so sehr hinterfragen. Ich entschloss mich, am n\u00e4chsten Tag damit zu beginnen, es zu tragen. Hier ist ein Auszug aus meinem Tagebuch:<br \/>\n\u201cSo, ich denke, ich werde morgen meinen Kopf bedecken. Eine H\u00e4lfte von mir f\u00fchlt, dass es die richtige Zeit ist, die andere H\u00e4lfte schreit mich an, es nicht zu tun. Ich versuche, diese H\u00e4lfte zu ignorieren. Es ist einfach nur so schwer, zu wissen, was man tun muss. Was ist, wenn ich nach einem Tag oder nach einer Woche anfange, es zu hassen; oder wenn ich mir nach einer Woche oder nach einem Monat gewahr werde, dass ich einen Fehler gemacht habe? Es gibt kein zur\u00fcck, wenn ich nicht jeglichen Respekt verlieren m\u00f6chte. Wann werde ich jemals 100% sicher sein, wann werde ich jemals sicherer sein als jetzt. Ich muss diese Gelegenheit ergreifen; ich muss fest daran glauben, wenn Gott es will, dann werde ich es schaffen.<\/p>\n<p>Jetzt habe ich eine Panikattacke. Hilfe! Glaube ich tats\u00e4chlich an diese Religion? M\u00f6chte ich wirklich mein Leben lang so leben? M\u00f6chte ich wirklich jede Nacht und jedes Wochenende allein verbringen? Hilfe! Hilfe! Hilfe! O Gott, warum ist es so schwer? Warum bin ich so ein Feigling? 29 Jahre bin ich alt und handle wie eine F\u00fcnfj\u00e4hrige. Wie habe ich in der Vergangenheit Entscheidungen getroffen, wenn ich es jetzt \u00fcberhaupt nicht zusammenzukriegen scheine? Ich bin noch nicht einmal eine wirklich gute Person, ich muss hart arbeiten, um auch nur einigerma\u00dfen gut zu sein. Gerade jetzt, w\u00fcrde ich gern dieses Land verlassen, in eine Disko gehen, wild tanzen, mich betrinken, schreien, rufen und singen. Kann ich mir den Rest meines Lebens vorstellen und wissen, ich darf nicht trinken, ich kann keinen Freund haben, und ich kann nicht ohne Kopfbedeckung nach drau\u00dfen gehen. Wenn Kate hier w\u00e4re, w\u00fcrde ich sie anrufen und sie bitten, mir eine Margerita zu machen. Aber sie ist nicht hier! Ich denke, die Teufel machen gerade \u00dcberstunden bei mir. Und die Leute denken, ich w\u00e4re eine sensible Person, wei\u00dft du. Das ist doch zum Lachen, oder?<\/p>\n<p>Ich bin fest entschlossen, ich werde es tun. Wenigstens, wenn nichts anderes, werde ich zu Sinnen kommen und feststellen, was f\u00fcr eine Dumme ich bin, allenfalls werde ich zu der Erkenntnis kommen, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und dass ich auf dem richtigen Weg bin &#8211; inschaAllah [wenn Gott will].\u201d<\/p>\n<p>Ich habe in jener Nacht kein Auge zugemacht. Bis zur letzten Minute dachte ich, ich w\u00fcrde nicht den Mut aufbringen, es zu tun. Aber gerade bevor ich zur T\u00fcr hinaus ging, setzte ich es auf. Ich habe nie zur\u00fcck geblickt.<\/p>\n<p>Es war, als w\u00e4ren alle Zweifel dahin gegangen. Es war, als h\u00e4tte Schaitan mich verlassen. Ich f\u00fchlte mich stolz. Ich f\u00fchlte mich, als ginge ich zehn Fu\u00df hoch. Ich wollte, dass jeder wei\u00df, dass ich Muslim bin. Ich war stolz darauf, Muslima zu sein. Ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte und dass ich sie niemals bereuen werde. Subhan Allah [Gepriesen sei Gott], Er hat es mir leicht gemacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\n<strong>(teil 4 von 4)<\/strong><\/h3>\n<h4>\n<strong>Konvertieren<\/strong><\/h4>\n<p>Zwei Wochen sp\u00e4ter ging ich zum Dawa-Zentrum. Ich f\u00fcrchtete mich wirklich, und ich hatte Angst, etwas Falsches zu sagen. Mein Freund Khaled und seine Frau brachten mich, und es war sehr emotional. Zum Schluss hatten alle von uns Tr\u00e4nen in den Augen, und ich weinte auf dem ganzen Weg nach Hause im Auto.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\n<strong>Up to Date<\/strong><\/h4>\n<p>Noch immer war nicht alles so, wie es sein sollte. Bei der Ver\u00e4nderung meiner Lebensweise war ich ein v\u00f6lliger TV Anh\u00e4ngiger geworden. Mein ganzes Leben kreiste nun um Gebet und TV am Abend. Dar\u00fcber war ich nicht gl\u00fccklich, aber ich war zu faul, um etwas zu ver\u00e4ndern. Ich versuchte, meine islamischen B\u00fccher zu lesen, aber ich f\u00fchlte, dass ich einfach nicht mehr konnte. Dann machten Ger\u00fcchte im Krankenhaus \u00fcber mich die Runde und kamen wieder bei mir an. Das regte mich wirklich auf, denn ich hasste es, Gegenstand der Neugier eines jeden zu sein, und ich hasste es, die Wucht von \u00fcbler Nachrede und Ger\u00fcchte zu sein. Ich kam eines Abends von der Arbeit nach Hause zur\u00fcck, und f\u00fchlte, dass ich einfach nicht mehr konnte. Ich hasste es, hereinzukommen und die ganze Nacht TV zu sehen und mit keinem zu sprechen und die Wochenenden waren reine Alptr\u00e4ume f\u00fcr mich. Ich w\u00fcrde das ganze Wochenende keinen sehen. Ich f\u00fchlte mich verlassen und allein. Die Zeit f\u00fcr das Ischagebet kam, und ich wollte es nicht verrichten. Dies war mir noch nie passiert, und es best\u00fcrzte mich. Ich weinte zwei Stunden ununterbrochen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag waren meine Augen richtig geschwollen, und ich weinte den ganzen Tag immer wieder. Khaled fragte mich, was los sei, und zuerst konnte ich es ihm nicht sagen, weil ich mich so sch\u00e4mte, obwohl ich das Gebet verrichtet hatte, denn ich wusste, ich musste es tun. Schlie\u00dflich erz\u00e4hlte ich es ihm, und er versicherte mir, sogar er f\u00fchlte sich manchmal so, und ich sollte mich deshalb nicht schlecht f\u00fchlen oder besorgt sein. Was mir fehlte, sei eine Ver\u00e4nderung in meiner Lebensweise, Tennis spielen, Einkaufen gehen, ein Buch zu lesen. Ich argumentierte, das w\u00fcrde nicht helfen, ich br\u00e4uchte jemanden zum Reden, ich w\u00e4re immer noch einsam.<\/p>\n<p>An diesem Abend ging ich nach Hause und f\u00fchlte mich wirklich verloren, ich f\u00fchlte, ich k\u00f6nne einfach nicht so weiter machen. Nach meinem Gebet warf ich mich nieder und betete wirklich : \u201cBitte Gott, lass mich dich nicht verlieren, bitte lass mich dich nicht verlieren.\u201c Ich setzte mich hin und wandte mich den kurzen Versen am Ende des Qur\u00b4an zu, und ich fand At-Takathur, und nachdem ich sie gelesen hatte, wurde mir klar, dass ich alle diese Dinge aufgeben musste, an denen ich hing, wie TV und mir Gedanken \u00fcber die Menschen zu machen und was sie \u00fcber mich denken. Ich musste lernen, diese Dinge aufzugeben. Und ich f\u00fchlte, wie alle diese Sorgen mich verlie\u00dfen, als w\u00fcrden sie aus meinem R\u00fccken heraus kommen und davon schweben.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag beim Fagr als ich mein Gebet beendet hatte, hatte ich das Gef\u00fchl, ich sollte meine H\u00e4nde vor mir erheben und Dua machen. Ich hatte andere Menschen es so machen gesehen, aber nie verstanden, wozu es gut war. Ich streckte meine H\u00e4nde und betete zu Gott, mir dabei zu helfen, und dabei, eine bessere Person zu werden. Dann legte ich meine H\u00e4nde auf mein Gesicht und sp\u00fcrte ein Kribbeln und ein Wohlbefinden und Frieden, das lange anhielt. Ich f\u00fcrchtete, es w\u00fcrde weggehen, wenn ich mich bewege. Aber das tat es nicht.<\/p>\n<p>An jenem Tag hatte ich bei der Arbeit einen Besuch von einem Mitarbeiter aus der Computerabteilung \u2013 Anwer. Ich hatte ihn noch nie zuvor getroffen, aber er hatte von mir geh\u00f6rt. Er erz\u00e4hlte mir von der Rajhi -Moschee und dass es dort freitags Vortr\u00e4ge auf englisch g\u00e4be. Ich beschloss, dass ich am n\u00e4chsten Freitag dorthin gehen wollte. In dieser Woche sah ich kein TV, und ich spielte Tennis und dann fragte ich einen unserer Fahrer, dem ich vertraute, ob er mich zu der Moschee bringen konnte.<\/p>\n<p>Freitagmorgen wurde ich sehr nerv\u00f6s und in letzter Minute f\u00fchlte ich, dass ich nicht gehen wollte. Was ist, wenn ich zur falschen Moschee gehe, was ist, wenn ich alles falsch machte? Genau als ich zur T\u00fcr hinaus ging, betete ich zu Gott, mich zu leiten und alles gut ausgehen zu lassen. Und es ging alles gut aus. Ich traf die Sameers, eine ausgeb\u00fcrgerte Familie aus Sri Lanka, die in Saudi Arabien lebte und arbeitete, meine neue Familie, und sie nahmen mich mit zu sich nach Hause und behandelten mich wie eine von ihnen. M\u00f6ge Gott sie segnen und belohnen, und ich danke Ihm jeden Tag daf\u00fcr, dass Er sie gew\u00e4hlt hat und mich sie treffen lassen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>Source: https:\/\/www.islamland.com\/deu\/articles\/lynda-fitzgerald-ex-katholikin-irland<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(teil 1 von 4) Einleitung Lynda Fitzgerald, jetzt als Khadija bekannt, ist ein irisches M\u00e4dchen aus einer Stadt namens Wicklow, in der N\u00e4he von Dublin. 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Lynda wurde in Wicklow ausgebildet und ging dann zum Sekretariats &#8230; <a title=\"Lynda Fitzgerald, Ex-Katholikin, Irland\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/de\/lynda-fitzgerald-ex-katholikin-irland\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Lynda Fitzgerald, Ex-Katholikin, Irland\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_uag_custom_page_level_css":"","_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[191],"tags":[],"class_list":["post-8607","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-warum-wurde-ich-muslim"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","uagb_featured_image_src":{"full":false,"thumbnail":false,"medium":false,"medium_large":false,"large":false,"1536x1536":false,"2048x2048":false,"gform-image-choice-sm":false,"gform-image-choice-md":false,"gform-image-choice-lg":false},"uagb_author_info":{"display_name":"Site Admin","author_link":"https:\/\/www.ask-a-muslim.com\/de\/author\/admin2\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"(teil 1 von 4) Einleitung Lynda Fitzgerald, jetzt als Khadija bekannt, ist ein irisches M\u00e4dchen aus einer Stadt namens Wicklow, in der N\u00e4he von Dublin. 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